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Agnes Miegel





Der Scherenschleifer.

Ein Scherenschleifer steht am Weg,
Dreht flink sein Rad und schleift,
Schaut höchst vergnüglich in die Welt,
Und singt hinein und pfeift:

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„Tüdelütütüt, tüdelütütüt!

Es dreht sich alles rund!
Wer heute glaubt sich oben auf,
Ist morgen auf dem Hund!“

Mit Wasser netzt er dann das Rad,

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Und flinker kreist der Stein.

Die Funken stieben von dem Stahl,
Und wieder klingt’s hinein:
„Tüdelütütüt, tüdelütütüt!
Beim Schleifen ist’s gescheit,

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Dass man das Feuchten nicht vergisst,

Sonst kriegt das Ding kein Schneid’!“

„Ein Schnäpschen vor und nach dem Schnaps,
Das macht gerade drei!
Wer einmal mein Vermögen erbt,

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Das ist mir einerlei!

„Tüdelütütüt, tüdelütütüt!
Ich brauch’ kein Testament!
Wer alles hier verjubelt hat,
Kommt selig an sein End’!“

Otto Hausmann.


Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 20. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/26&oldid=- (Version vom 31.7.2018)