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Drum husch! es kommt wer, lauf geschwind,
Dass sie uns ja nicht betreten;

15
Wenn Zwei im Lenze beisammen stehn,

Dann denkt man gewiss nicht, sie beten.

Ludwig von Hörmann.






     Die Lieder der Fleurette.
 1.

Willst wissen, wer der Vater mein?
     Befrag den Abendstern!
Willst wissen, wer mein Mütterlein?
     Ich wüsst’ es selber gern!

5
Willst wissen, wer mir frech geraubt,

     Was reiner Jungfraun Licht?
Eintrat er kühn, erhitzt, bestaubt,
     Doch kenne ich ihn nicht!

 2.
Der Erste sucht mich träumerisch

10
     Durch Blumen zu gewinnen;

Der Zweite sorgt für meinen Tisch
     Und schafft Krystall und Linnen;

Der Dritte mir Juwelen schenkt,
     Die köstlich und voll Feuer;

15
Der Vierte, der nie mein gedenkt,

     Bleibt mir vor allen teuer.

 3.
Wächst ein Kräutlein, heisst Geduld,
     Ringt sich langsam an das Licht;
Rosen bringt es mir voll Huld,

20
     Aber Myrten bringt es nicht.


Was das Kräutlein von mir denkt,
Dass es mir nur Rosen schenkt?

Alfred Teniers.






Ach, wenn es nun die Mutter wüsst’.


Ach, wenn es nun die Mutter wüsst’,
Wie du so wild mich hast geküsst,
Sie würde beten ohne Ende,
Dass Gott der Herr das Unglück wende.

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 54. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/60&oldid=- (Version vom 31.7.2018)