Seite:Diplomatische Nachrichten von dem Ursprung der Lehensherrlichkeit des Stiftes Wirzburg über das dem Hause Sachsen zuständige Schloß und Amt Meiningen.pdf/4

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Kirche etwas näher gelegene Güter, wieder abgetreten haben.[1]


§. III.

Doch dieser Landesbezirk schien einmahl zu einer geistlichen Besitzung bestimmt zu seyn. Man weiß, wie eifrig die Großen, nach den damahligen ungeläuterten Begriffen von Gottesverehrung, durch ihre gränzenlose Freygebigkeit, sich der Klerisey zu empfehlen suchten, und wie sehr unter andern Kaiser Heinrich II, um den Beynamen des Heiligen zu erwerben, sich um die Bereicherung der Kirchen verdient gemacht habe.

Die fromme Verschwendung des Monarchen traf nun auch im Jahr 1008 die beyden Dörfer Meiningen und Walldorf, mit dem darzu gehörigen Districte. Die nächste Veranlassung hiezu war die Errichtung eines ganz neuen Bißthums zu Bamberg, welches Heinrich im Jahre 1007 zu Stande brachte, und es mit verschiedenen in der Nähe gelegenen


  1. Aus Mangel urkundlicher Nachrichten läßt sich zwar nicht angeben, wie und zu welcher Zeit Meiningen und Walldorf von der Kirche zu Aschaffenburg den Teutschen Kaisern abgetreten worden; doch beweist die Folge der Geschichte, daß Kaiser Heinrich II diese Örter zu Anfang des 11ten Jahrhunderts wieder im Besitz gehabt und 1008 dem Stifte Wirzburg übergeben habe.