Seite:Dudalaeus Welt herum wandernde Jude.djvu/25

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den HErrn JEsum, in Acht gehalten, für grosser Andacht gesprochen und von Ihm bekennet hat: Wahrhaftig dieser war GOttes Sohn.

Dasselbe hat nun die sehr grosse Menge und Schaar der Jüden, so auf die Zeit zu Jerusalem, oder auch an andern Orten gewesen, nicht gethan noch erkennet, wie Christo wohl gebühret, oder wie man mit Ihme sonst gehandelt.

Damit aber die Juden, so auf dißmal zu Jerusalem beym Osterfeste nicht waren, solches in andern Städten und Oertern auch erfahren möchten, ist vielleicht dieser Ahasverus zu ihnen dermassen abgefertiget, als zu rechtschaffenen und natürlichen Jüden, denen unsere heutige abschlägige und abartige Gesellen vom alten Geblüte mit nichten zu vergleichen sind, ob sie wohl in ihrer Unbußfertigkeit zu gleicher Verdammniß miteinander laufen.

Denn man kann beyderseits von ihnen mit David aus dem 14. Psalm sprechen: Sie sind alle abgewichen, und allesamt untüchtig worden, da ist keiner der Gutes thue, auch nicht einer. Ihr Schlund ist ein offen Grab, mit ihren Zungen heucheln sie. Ottergift ist unter ihren Lippen. Ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit. Ihre Füsse eilen Blut zu vergießen; in ihren Wegen ist eitel Unfall und Herzenleid, und den Weg des Friedens wissen sie nicht. Daher sie dann den Weg des Unfriedens zur ewigen Verdammniß wandern.

Dieweil aber dieser Jud auf seiner langwierigen Reise und Wanderschaft, nach seiner frevlen

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Chrysostomus Dudalaeus: Der immer in der Welt herum wandernde Jude. [s.n.], [s.l.] [teilweise 1634], Seite 25. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dudalaeus_Welt_herum_wandernde_Jude.djvu/25&oldid=- (Version vom 31.7.2018)