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Ein Trauerlied
(für Sascha dem Prinzen von Moskau)

Eine schwarze Taube ist die Nacht
… Du denkst so sanft an mich.

Ich weiß, dein Herz ist still,
Mein Name steht auf seinem Saum.

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Die Leiden, die dir gehören,

Kommen zu mir.

Die Seligkeiten, die dich suchen,
Sammele ich unberührt.

So trage ich die Blüten deines Lebens

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Weiter fort.


Und möchte doch mit dir stille stehn;
Zwei Zeiger auf dem Zifferblatt.

O, alle Küsse sollen schweigen
Auf beschienenen Lippen liebentlang.

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Niemehr soll es früh werden,

Da man deine Jugend brach.

In deiner Schläfe
Starb ein Paradies.

Empfohlene Zitierweise:
Else Lasker-Schüler: Gesammelte Gedichte. Verlag der Weißen Bücher, Leipzig 1917, Seite 142. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Else_Lasker_Schueler_Die_gesammelten_Gedichte_1917.pdf/140&oldid=- (Version vom 31.7.2018)