Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 2.pdf/18

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Mich hot nämlich di vurige Nacht

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Of gans annern Gedanken gebracht.

Drim horricht, m’r hot doch eftersch gelasen,
Daß Lotterie is Viel’n ihr Glick gewasen;
Nu freeg ich Eich, wollt Ihr mit riskiern?
Su gans viel känne m’r nett verliern.

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Wir loßen uns änfach schick’n die Nummer,

Die ich vurige Nacht sog in Schlummer, —
Ihr könnt Eich ju drauf besinne,
Mir schwaant’s[1], paßt auf, mir gewinne!“

     Un rasch verging nu disser Tog,

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Ae Jeder dachte driewer nog;

Un Jeder goob d’n Kar’l Nacht, —
Dar Einfall wär garnett schlacht.
Aenschtimmig huß es d’n annern Morring[2]:
„Kar’l, Du kannst das Luus besorring,

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Mir giehn Alle mit aan, —

Du darfst natirlich Kän’ wos saan!“

     Vor’n Luss waar nu schließlich a gesorrigt,
’s Gald hatter derzu geborrigt,
Dänn gewunne ward, huur m’r d’n Kar’l saan, —

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Haar hatte sich de Kart loßen schlaan;

Do warne nämlich prowezeit,
Daß sie noch wiern de glicklichsten Leit;
Hauptsachlich hetter, wie noch nie,
Viel Glick in d’r Lotterrie.

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     Nu kam’s dänn, wänner mit’n Annern schproch,

Dasses Thema war, d’r Ziehungstog;
Haar kam schließlich gans von Sinne,
Dänn wäns’n fruung bei d’r Arbt drinne:


  1. schwaant’s = ahnt es.
  2. Morring = Morgen.

Anmerkungen (Wikisource)