Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 2.pdf/19

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

„Na, Karl, biste dänn fleißig?“

80
Su schproch’r schteets: „Dreitausendfinnefhunnertdreißig!“

Sudaß Viele sich driewer fruung:
„Hotter sich dänn woß zu Kopp gezuung?“

     Vieles hatte dos Luus all zu Wag gebracht:
Von de Fraans wur’n gruße Einkäf[1] gemacht,

85
Un unternanner wur nu feste gemacht,

Wu derzu daß dos Gald sollte war’n untergebracht.
Sugar zu d’r Wasserleiting, ’s mußte sich Jeder verpflichten,
Ae klänes Thäl[2] mit zu entrichten.
Un d’r Kar’l saate noch mit fräding Gesicht:

90
„Ich sorrig außerdan vor elektrischen Licht!“


     Domit se sich schpäterhin a kunnten behaan[3],
Funge se sachte wack all aan
Un ibt’n ’s Oomd’s bei Lampenschein

95
Gans annere Täns[4] nu ein.

Noch Halle, Ritzebittel und Galopp,
Die schafft’nse zuarscht gleich ob,
Un tauft’n blus noch Polenäse,
Siehstewull do kimmter, un Frangsäse.

100
Dänn verbei war nu der Kummer,

Sicher kam Gald raus of dar Nummer.

     Ae Jeder war of dar Ziehung geschpannt,
’s juckte än Jed’n all in d’r Hand;
’s hatte sich nämlich in letzten Woch’n

105
Die Geschicht doch schließlich ausgesproch’n.

Schließlich kame de Schpieler noch ä Mol zusamme,
Dänn Jeder war vuller Feier und Flamme,


  1. Einkäf = Einkauf.
  2. Thäl = Theil.
  3. behaan = benehmen.
  4. Täns = Tänze.

Anmerkungen (Wikisource)