Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 2.pdf/5

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Un wehl zum Vertrater meine Fraa,

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Dänn bekannt isses doch än Jeden,

Wie gut meine Alte schtets kann reden;
Ich wollte, ’s wehlte se Klän und Gruß —
Dänn wir ich se doch Mol luß!“

     Mit seng Geschichten v’rging rasch de Zeit,

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Un d’r Wahltog war nett me weit,

Dänn Feberwar[1] schtellte sich all ein
Un de Wahl sollte balle sein.

     Nu paßte es dänn gerod in dar Zeit,
Daß ä Feiertog kam hie vor de Leit;

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Nämlich Fastloomd[2], das bis jetzt jedes Jahr

Of’s Beste hie gefeiert war.
Ja Viel’n wollte es nett racht in Sinn,
Die seifzten: „Ach wär der Tog arscht hin!“

     ’s war nämlich hie bekannt,

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Daß vorhar Versammling schtattfand,

Un uhmdrein wollt’n frank un frei
Weche schprach’n von d’r Opposizionparthei.
Suwas war hie noch nett gewasen,
Mit Koppschitteln wursch drim a gelasen.

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     „Die mißt m’r änglich frikasier’n!“

Huß es drim. „Kä, suwoß zu prowiern; —
Annerschbarrig un Opposizion,
Dos wär ju vor uns d’r räne Hohn.
Un uhmdrein jetzt mit dann Larm

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D’n Fastloomd a noch zu verdarm.

Wir giehn nett hin, mir bleim derbei
Schtets unnern alten Vorsatz trei!“


  1. Feberwar = Februar.
  2. Fastloomd = Fastnacht.

Anmerkungen (Wikisource)