Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 5.pdf/11

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Iwerhaupt ich wills Deiner Fra ä Mool saan!“

250
Fung lachend nu a Dritter aan.


     „Ach, Ihr seid mier de Wahr’n“, saate d’r Arschte verschtimmt,
„Satt[1] Ihr dänn gaar nett wos dorten kimmt?“
Un richtig, wie mier gena hinsoong[2],
Do ergriff uns Alle ä Wullbehoong[3],

255
Dänn ä paar Hunnert[4] Ehr’ndaam[5], ’s is nett geluung,

Die kame schneeweis geklätt[6] voriewergezuung.

     Rundim gings nu: „Ei!“ un: „Wie schien!“
Allerwaang huur m’r dan Ruf ergiehn.

260
Doch uns im Verein, die mier do schtanden

Machte daar Aanblick nett zu Schanden;
Mier saaten sich: „Haan sich Unnere gebutzt,
Hot a all manniger Främde geschtutzt!“

     Nu troot dänn d’r Zeitpunkt ein,

265
Wu die Daam[7] zugethäält wuurn jeden Verein.

Dos häßt, sie wuurn nett zerschnieten[8],
Dis hetten mier doch nett gelieten;
M’r muß dis nämlich su verschtiehn,
Bei jeder Fahn sollten Mehere giehn.

270
     Kaum trooten Unnere bei d’r Fahn derbei,

Waar Jeder wie gebuurn[9] von Nei;
Ja, Viele drängten sich an der Fahn
Un wollten se nu Mool traan[10].


  1. Satt = Seht.
  2. hinsoong = hinsahen.
  3. Wullbehoong = Wohlbehagen.
  4. Hunnert =Hundert.
  5. Ehr’ndaam = Ehrendamen.
  6. geklätt = gekleidet.
  7. Daam = Damen.
  8. zerschnieten = zerschnitten.
  9. gebuurn = geboren.
  10. traan = tragen.

Anmerkungen (Wikisource)