Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 5.pdf/18

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Un verschprach’n that’r jedes Wort,

Warum drickt’r ihre Händ un ging rasch fort.

     Rastluss in sän Wannern
Kam’r von än Ort zum Annern,
Un fruh schlug’s jetzt in seine Brust

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Vor lauter Frääd[1] un lauter Lust.

Im Glick fiehlter sich richtig berauscht
Un hette jetzt mit kän Annern getauscht.

     Bluus Aens wollt’ne nett racht in Sinn,
’s hatte nämlich of daar Tour hiehin,

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Wänner grießte freindlich mit „Glick-auf!“

Noch nie Aener geantwort drauf.
Un wollt’r gaar ä Geschpreech[2] anfange,
Su gucktne Jeder an mit Bange,
M’r verschtande bluus, wänner saate Barlin,

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Drim ließ’ne Jeder äänsaam[3] schtiehn.


     Doch ändlich nu kam’r aan
Bei d’r arschten Station d’r Eisenbahn,
Nä, su woß hatter noch nett gesahn,
Woß Bessersch kunntes vor ihn nett gaan.

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Vorsichtig schlich’r an d’r Maschien nu draan

Un ruffte laut: „Liewer Harr Eisenbahn,
Woll’n se mich mitnamme un bewahr’n,
Ich mechte su gaarn noch Barlin mitfah’n!“

     Die nu dis huurn[4], gucktne aan mit fräding Gesicht,

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Su äne Schprooch[5] hatte noch Käner zu häern gekricht,

Bis schließlich goob’r dorch Zääng[6] zu verschtiehn,
Daß haar su gaarn wollte noch Barlin.


  1. Frääd = Freude.
  2. Geschpreech = Gespräch.
  3. äänsaam = einsam.
  4. huurn = hörten.
  5. Schprooch = Sprache.
  6. Zääng = Zeichen.

Anmerkungen (Wikisource)