Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 7.pdf/10

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     „Un jetzt marsch zu Bett!“ rufften die Männer aus, —

225
„Wos Ihr Eich dänkt, do ward nischt d’raus.

Jetzt sollt’r ower arschte mool saan,
Wos mier Männer sein geeng Eich Fraan.
Wart, nu sollt’r wos Neies[1] häern,
Wänn Ihr dänn wollt d’n Frieden schtäern.

230
Alsu bluus, im Militär zu grieng,

Wollt Ihr Eich wieder in Haar’n lieng!“

     Un richtig, — disse äne Nacht
Hatte die Männer of annere Gedanken gebracht;
Dänn gleich frieh an annern Morring

235
Sog m’r bei d’r Arbt sie Alle schtorring[2].

„Su mach’n miersch“, saten se zuletzt, —
„Dis ward arschte mool festgesetzt, —
Su häämlich[3] wie meglich putzen mier Sawel un Gewähr
Un errichten zu Schutz un Trutz äne Bargerwähr!“




Anno 48.
IV. Die Errichtung d’r Bargerwähr[4].


     Ruhig wuursch wieder nu nog un nog;
Jedoch daß nu nett Alles friedlich log,
Dos kunnten deitlich schließlich sah’n
An dan Trei’m[5] d’r Männer, hie de Fraan.

5
’s waar, m’r marktes[6] allgemään

Doch su racht de Luft nett rään[7],
Un dorim seifzten nu a de Fraan:
„Ach, liewer Gott, wos ward’s noch gaan!“


  1. Neies = Neues.
  2. schtorring = sprechen.
  3. häämlich = heimlich.
  4. Bargerwähr = Bürgerwehr.
  5. Trei’m = Treiben.
  6. marktes = merkte es.
  7. rään = rein.

Anmerkungen (Wikisource)