Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 7.pdf/14

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Un dorer schteets verdiene will garn,
Su soll’r naamhaar[1] Kind’sfra[2] waarn.
Jedoch mußtes su jetzt verschtiehn:

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Arscht soll’r mit su rim giehn!


     Nu wäßtes, un nu wie gesaat,
Hellst Du driewer Deine Schwaat[3]
Un bist su schtumm wie ä Fisch,
Wie Du gesaat host hie an Tisch.

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Gesaat hett ich Diersch sicher nett gleich, —

Doch wie Du aanfungst von d’r Leich,
Do waarsch wie wänn mich Aener trieb,
Domit ich nett traurig hinterblieb.

     Un nu Altes, nu muß ich fort,

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Dänn guck, ’s ward laabhaft[4] in d’n Ort.

Heit ward nämlich dos zum Obschluß gebracht,
Wos mier unter uns haan fartig gemacht.
Mach’s gut, ’s ward de hechste Zeit,
Un schweig, dasses Dir nett gereit, —

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Wänns sollte häßen, hie in Ort

Hett ich gebroch’n nu gerood mein Wort!“ —

     Kaum hattes die beschtimmte Zeit geschlaan,
Do gings in dar Versammling aan,
Un weil nu sollte waarn gewehlt,

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Wuurn alle Männer arscht iwerzehlt.

„Na, d’r Heinrich hot wull gaar verpufft[5]?!“
Hußes, wierer wuur aufgerufft.
„Sinst kamer schteets vor d’r Zeit, —
Wu schteckt dänn daar änklich[6] heit!“


  1. naamhaar = nebenher.
  2. Kind’sfra = Hebamme.
  3. Schwaat = Mund.
  4. laabhaft = lebhaft.
  5. verpufft = verschlafen.
  6. änklich = eigentlich.

Anmerkungen (Wikisource)