Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 7.pdf/16

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„Mier leidens nett!“ rufften Alle aus, —
„Uns kimmt d’r Jorrich nett in Haus,

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Un wänn äs Rood[1] in Schtickern gitt,

Hie schprach’n mier a noch mit!“

     „Wos wollt Ihr?“ fruung d’r Präses nu;
„Wurim schtäert Ihr heit wieder de Ruh’?
Iwerhaupt, wos mier hie berothen,

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Gereicht vor Eich zu kän Schoden.

Ihr kännt schpäterhin schtols drauf sein,
Wänn Bargerwähr zeiht aus un ein;
Dänn weil Ihr schwarmt vorn Militär,
Errichten mier heit äne Bargerwähr!“

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     „Un wie ward’s dänn mitt’n Jorrich?“

Fruug Alles zwischennanner dorrich.
„Von uns sieht dies Käner gaarn[2],
Daß daar nu gaar soll Kind’sfra waarn[3]!
Gattne[4] doch ä Amt in d’r Bargerwähr,

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Aen Posten, daarne nett fellt schwäär, —

Von uns krichtne Käne im Ort,
Dis is unner allerletztes Wort!“

     „Na Fraans, Ihr seid doch nett gescheit!“
Erklangs rundim von jeder Seit’;

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„Wie kännt Ihr dänn su thericht sein

Un bild’ Eich seche Sach’n ein.
Daß d’r Jorrich, daar immer su schichtern gewasen,
Zu su än Posten wäär auserlasen.
Un waar Eich dis hot aufgebunden,

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Hot bluus seine Narr’n an Eich gefunden.

  1. Rood = Rad.
  2. gaarn = gern.
  3. waarn = werden.
  4. Gattne = gebet ihm.

Anmerkungen (Wikisource)