Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 7.pdf/21

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     Hin ging die Zeit, un fort un fort

Wuursch ääntöniger[1] un in d’n Ort.
M’r soog a schpäter käne Fraan,
Die wull noch hett’n zugesah’n;
Bluus wänn nu pletzlich in d’n Schtroßen

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Vor d’r Bargerwähr wuur haar haargeblosen,

Dänn ruffte wull äne Fra aus d’n Haus:
„Alter, bleib iewer d’r Zeit nett aus!“

     ’s waar nämlich mannichmool viergekumme,
Daß Aener hatte än Klän’[2] genumme[3],

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Un waar, wänn wuur aufgehäert,

In Warthshaus schließlich noch eingekährt.
Un hattes de Fra an ihn gemarkt,
Su sat’r: „Altes, ich hoob’ mich bluus geschtarkt!“
Doch wänner sollte of d’r Ritz mool giehn,

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Kunnter niemools sei Exaam beschtieh’n.


     „Na, na“, huuß es vielfach von de Fraan,
„Wos ward dis schpäter schließlich gaan?
Aenglich[4] haan mier salwer Schuld, —
Reißt uns ower de Geduld

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Muß dos Bloot sich wieder wänden,

Mog’s a noch su komisch änden.
Tritt nett balle Bessering ein,
Känne mier nett me schtille sein!

     Un trotzdann gings, un unterdass’n

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Kam’s gaar vier, daß bei d’n Ass’n

Eftersch wuur Alarm geblosen
Un die Währ trieb in d’n Schtroßen.


  1. ääntöniger = eintöniger.
  2. Klän’ = Kleinen.
  3. genumme = genommen.
  4. Aenglich = eigentlich.

Anmerkungen (Wikisource)