Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 7.pdf/25

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     Drim iebten nu Viel’ beim Lampenschein
In aller Eil ä paar Täns noch ein,
Domit se nog dan Execier’n

140
Ae Tansel[1] kännten noch riskier’n.

„Vor Tansen“, huß es, „loß ich mei Laam[2], —
Wänn m’r kann su lächt hinschwaam;
Ach, waar dänkt do noch viel an Schmarz
Un wie lächt is än’ do in Hartz!“

145
     Nu ging’s dänn luuß mit Sang un Klang

D’n annern Tog in unnern Sanc;
’s fräte sich Jeder noch Harzenslust
Un huuch[3] huub[4] sich jede Brust.
Wie blank un schtramm wie Militär

150
Troot jetzt zusamme de Bargerwähr, —

Un klappen that’s, ’s waar äne Pracht,
Un schneidig wuurn Honneers gemacht.

     Nu ließ sich Käner me halten,
’s fräten sich de Junge, sowie de Alten,

155
Ja Mehere faßten sich gaar aan

Un kunnten arscht gaar nischt saan —
Bis dasse sange Mann for Mann:
„Wo treff ich meinen Schäfer an!“
Un dänn wieder, m’r huursch kaum:

160
„O Tannenbaum, o Tannenbaum!“


(Fortsetzung folgt im nächsten Heft.)

  1. Tansel = Tänzchen.
  2. Laam = Leben.
  3. huuch = hoch.
  4. huub = hob.

Anmerkungen (Wikisource)