Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 7.pdf/8

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     „Mier a[1], mier a!“ Ging’s jetzt noch d’r Reh’,

„Mier haan warklich käne Lust jetzt meh’;
Iwerhaupt isses an Besten, mier halten jetzt aan,
Mier haan kän’ Oden meh’, unner Hartz häert m’r schlaan[2].
Loßt uns liewer noch su zusamme bleim

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Un unnere Zeit mit Annern vertreim;

Mier verzehl’n uns liewer noch ä Bissel heit
Von daar vergangene Soldatenzeit.“

     Nu wuur gemiethlich sich niedergelosen,
Mitunter wuur noch ä Schtick’l geblosen;

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Dänn wuur wieder driewer juticiert,

Waar an Besten hatte alle marschiert.
Dännemool wieder of äner Schteet[3]
Huul ä Annerer wieder äne Reed[4],
Bis daß schließlich ununterbroch’n

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Wuur wieder von dan Militär geschproch’n.


     „Jung!“ ruffte Aener, „dis sa ich ower Dir,
Ich hatte än ächten Karl[5] in Quartier,
Viel bess’r kannersch[6] gaar nett gaan[7],

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Dänn woss’r mier kunnte an Aang obsah’n,

Dos that’r gleich schteets ungehäsen.
Un ämool, wie ich wollte verräsen,
Do goob’r salwer vor mier ä gut Wort, —

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Ich sollte nämlich gaarnett fort!“


     „Un Unnerer“, erwiederte äne Fra,
„War nämlich, wierer sate, deengt[8] weit haar[9]. —
Ich hoob nu ower doch jetzt unterdass’n,

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Gans un gaar dan Name vergass’n.“

  1. Mier a = wir auch.
  2. schlaan = schlagen.
  3. Schteet = Stelle.
  4. Reed = Rede.
  5. Karl = Kerl.
  6. kannersch = kann er es.
  7. gaan = geben.
  8. deengt = tüchtig.
  9. haar = her.

Anmerkungen (Wikisource)