Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 8.pdf/9

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’s Dorfhaus blieb schließlich uum
Un dohin wuur nu wätt’rgeschuum;
Doch Käner wußte richtig d’n Waag[1],
Su ging’s dänn luuß ohne Waag un Schtaag.

80
     Mier loff’n jetzt dorch Dick un Dinn,

Hin un haar, haar un hin;
Aemool wie mier all lang marschiert,
Waarsch uns uumdrein[2] passiert,
Daß mier wieder waarn hingekomme

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Wu mier d’n Anfang hatt’n genumme, —

Bis schließlich d’r Tog fung aan zu graan[3]
Un mier d’n Brock’n kunnten sah’n.

     Gans matt un gans verschlaan[4]
Kame mier schließlich nu uum aan;

90
Kalt blies d’r Wind uns im de Uhr’n,

Daß mier schaudernd zusammefuhr’n.
Aene Zeit lang schtanden mier su allään[5]
Un klapperten Alle mit de Zäh’n.
Ja rundim waar noch Alles zu,

95
’s loog Alles noch in tiefster Ruh’.


     Doch lamdig[6] wuursch jetzt nog un nog
Je nahnter rickte nu d’r Tog;
Von all’n Seiten kame Schaar’n
Gegange, gerieten oder gefahr’n.

100
Un farn in Osten vuller Wunne

Zuckten de arschten Schtrahl’n d’r Sunne,
Un ruckweis’ schtieg se mit vuller Macht
Bis dasse schtande in ihrer Pracht.


  1. Waag = Weg.
  2. uumdrein = obendrein.
  3. graan = grauen.
  4. verschlaan = verschlagen.
  5. allään = alleine.
  6. lamdig = lebendig.

Anmerkungen (Wikisource)