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Auch ist nicht wesentlich, daß die Platte ihren Zustand in einer endlichen Zeit erlange und verliere, und eben so scheint es andererseits nicht nothwendig, eine abstoßende Kraft als Ursache der Rotation (82.) anzunehmen.

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121) Die Wirkung ist genau von gleicher Art, wie die elektro-magnetische Rotation, welche ich das Glück hatte vor einigen Jahren zu entdecken[1]. Gemäß den damaligen Versuchen, welche seitdem vielfach bestätigt worden sind, wird ein gezeichneter Magnetpol , der zwischen dem Beobachter und dem von nach von positiver Elektricität durchströmten Draht , Fig. 22, befindlich ist, in tangentialer Richtung, und zwar gegen die rechte Hand, um den Draht herumführt, der Draht dagegen, falls er beweglich wäre, eben so nach der Linken, wie es die Richtung der Pfeile andeutet. Genau dasselbe findet bei der Rotation der Platte unter einem Magnetpol statt; denn ist , Fig. 23, ein gezeichneter Pol über der Scheibe, und letztere wird in Richtung des Pfeils gedreht, so erregt der Pol sogleich Ströme positiver Elektricität von den centralen Theilen in Richtung der Radien zu den jenseits des Poles liegenden Theilen des Umfangs (99. 119.). Sie stehen daher genau in derselben Beziehung zu dem Pol, als der Strom in dem Drahte , Fig. 22, und deshalb bewegt sich der Pol gegen die rechte Hand.

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122) Wird die Scheibe in entgegengesetzter Richtung gedreht, so kehren sich auch die elektrischen Ströme um (91), und deshalb bewegt sich der Pol gegen die linke Hand. Bei Anwendung der entgegengesetzten Pole bleiben die Wirkungen dieselben, weil elektrische Ströme in umgekehrter Richtung als vorhin erregt werden, und, bei gleichzeitiger Umkehrung der Pole und der elektrischen Ströme die sichtbaren Wirkungen ungeändert bleiben. Wenn nur derselbe Pol an derselben Seite der


  1. Quarterly Journal of Science, Vol. XII p. 74, 186, 416, 283.