Seite:Experimental-Untersuchungen über Elektricität 01.pdf/45

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Scheibe bleibt, so kann man auch die Magnetaxe in jede beliebige Lage bringen, und doch wird der elektrische Strom immer in derselben Richtung erregt, übereinstimmend mit dem schon aufgestellten Gesetz (114), und so läßt sich jeder Umstand in Bezug auf die Richtung der Bewegung erklären.

123) Diese Ströme nehmen ihren Rückweg in den seitwärts und entfernter von dem Ort des Pols liegenden Theilen der Platte, wo folglich die magnetische Vertheilung schwächer ist; und wenn durch angelegte Collectoren ein elektrischer Strom zu dem Galvanometer übergeführt wird, ist die Ablenkung nur eine durch denselben Strom oder einen Theil desselben bewirkte Wiederholung des Rotationseffects auf den Magneten über der Platte.

124) Es ist unter dem eben aufgestellten Gesichtspunkt, daß ich gewagt habe zu sagen, es sey nicht nöthig, daß die Platte ihren Zustand in einer endlichen Zeit annehme oder verliere (120); denn die vollständige Entwicklung des Stroms mag genau unter dem verticalen Magnetpol oder etwas vor oder hinter diesem Punkte zu Stande kommen, so bleibt doch die relative Bewegung des Pols und der Platte dieselbe, und die resultirende Kraft ist tangential statt direct.

125) Allein es ist möglich (obgleich nicht nothwendig für die Rotation), daß Zeit erforderlich sey, damit der Strom in der Platte sein Maximum erreicht. In diesem Falle wird die Resultante aller Kräfte dem Magnete vorauseilen, falls die Platte rotirt, oder, wenn der Magnet rotirt, hinter diesem zurückbleiben. Manche Erscheinung bei bloßen elektro-magnetischen Polen scheinen dafür zu sprechen. In diesem Fall kann die tangentiale Kraft in zwei andere zerlegt werden, eine parallel der Rotationsebene und eine senkrecht gegen dieselbe; die erstere würde die Kraft seyn, welche die Platte mit dem Magneten oder den Magneten mit der Platte herumführt;