Seite:Experimental-Untersuchungen über Elektricität 02.pdf/38

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mich bewogen, einen besonderen Zustand in dem Draht anzunehmen. Und obgleich ich es nicht für wahrscheinlich halte, daß ein ruhender Draht in der Nachbarschaft eines anderen, der einen kräftigen elektrischen Strom leitet, ganz indifferent gegen diesen sey, so kenne ich doch keine Thatsache, die zu dem Schlusse berechtigte, daß er sich in einem besonderen Zustande befinde.

243) Beim Nachdenken über die Natur der Ursache, die ich in diesen Aufsätzen zur Erklärung des gegenseitigen Einflusses von Magnetstäben und bewegten Metallen angeführt habe, und beim Vergleiche derselben mit der bisher angenommenen, nämlich der Erregung eines schwachen Magnetismus gleich dem in Eisen erzeugten, fiel es mir bei, daß sich über die Richtigkeit der beiden Ansichten ein sehr entscheidender Versuch anstellen lasse (215.).

244) Keine andere bekannte Kraft wirkt in ähnlicher Richtung, wie die zwischen einem elektrischen Strom und einem Magnetpol. Sie wirkt tangential, während alle anderen in Distanz thätigen Kräfte direct wirken. Wenn demnach ein Magnetpol, der sich an einer Seite einer rotirenden Scheibe befindet, ihrem Laufe folgt, indem er der Tangentialkraft gehorcht, welche auf ihn von dem eben durch ihn erregten elektrischen Strom ausgeübt wird, so müßte ein gleichnamiger Pol, an der anderen Seite der Scheibe angebracht, diesen sogleich von jener Kraft befreien; denn die Ströme, welche sich durch die Action der beiden Pole zu bilden suchen, haben entgegengesetzte Richtungen; oder vielmehr es würde kein Strom erregt, oder keine magnetische Curve geschnitten (114) und folglich der Magnet in Ruhe bleiben. Wenn dagegen die Wirkung des Magnetpols dahin geht, Südpolarität in den nächsten Theilen der Kupferscheibe, und sonst überall eine diffuse Nordpolarität (82.) hervorzurufen, wie es wirklich beim Eisen der Fall ist, dann müßte die Anwendung eines zweiten Nordpols auf der entgegengesetzten