Seite:Experimental-Untersuchungen über Elektricität 09.pdf/12

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der Anblick einer continuirlichen Entladung hervorgeht. Wenn man statt des kurzen Drahts einen langen Draht oder einen Elektromagnet (d. h. den Draht desselben. P.) anwendet, läßt sich eine ähnliche Erscheinung dadurch hervorbringen, daß man das Quecksilber durch Erschütterungen seines Gefäßes in Schwingungen versetzt; allein die Funken folgen einander nicht so rasch, um den Anschein eines continuirlichen Funken zu erzeugen, weil, wenn ein langer Draht oder ein Elektromagnet gebraucht wird, zur vollen Entwicklung des Stroms (1101. 1106) und zur vollen Aufhörung desselben eine gewisse Zeit erforderlich ist.

1077) Kehren wir indeß zu den in Rede stehenden Erscheinungen zurück. Der erste Gedanke der sich darbietet, ist: daß die Elektricität in dem Drahte mit Etwas, einem Momente oder einer Trägheit Aehnliches circulire, und daß dadurch ein langer Draht in dem Augenblick, da der Strom gehemmt wird, Effecte erzeuge, die ein kurzer Draht nicht hervorbringen kann. Eine solche Erklärung wird jedoch durch die Thatsache niedergeschlagen, daß ein Draht von gleicher Länge die Wirkungen in sehr verschiedenen Graden hervorbringt, je nachdem er einfach ausgestreckt, oder zu einer Schraube aufgerollt, oder um einen Elektromagneten (1069) gewickelt ist. Die (1089) angeführten Versuche werden noch auffallender zeigen, daß die Idee von einem Momente unhaltbar ist.

1078) Der helle Funke an dem Elektromotor und der Schlag in den Armen scheinen mir offenbar von Einem Strom in dem langen Drahte herzurühren, der durch den doppelten Weg, welcher sich ihm durch den Körper und durch den Elektromotor darbietet, in zwei Theile zerfällt. Denn daß der Funke an der Stelle der Trennung zwischen Draht und Elektromotor nicht aus einer directen Einwirkung des letzteren, sondern aus einer unmittelbar in dem Verbindungsdraht ausgeübten Kraft entspringe,