Seite:Extrapost 317 1887-11-28 Die Zeitmaschine.pdf/3

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herabgemindert werden. Jede der Tasten wird, indem sie aufschlägt, mit einer ganz eigenthümlichen Vorrichtung, die wir am besten x nennen, in Verbindung gerathen und in Folge davon wird diese Vorrichtung die kleine Kraft, die von der Dame a aufgewendet worden ist, in Elektricität verwandeln. Die Elektricität wird durch einen Draht in die Centralanstalt geführt, die Zeit c daher, in Kraft verwandelt, dahin übertragen, während die Zeit d dadurch wenigstens theilweise gerettet ist, daß der betreffende Herr das Bewußtsein hat, es handle sich keineswegs mehr um einen leeren, in Luft verhallenden Lärm. Denn die Erfahrung lehrt, daß Lärm solcher Art der störendste ist, weil er nicht nur die Gehörsnerven, sondern auch die die Urtheilskraft ausübenden Nerven irritirt. Die Zeit c aber ist nicht mehr getödtet, sondern wirklich nur vertrieben, und zwar in die Centralanstalt, während bisher der Ausdruck „vertrieben" immer nur ein uneigentlicher war. Ein zweites Beispiel: Denken wir uns eine Dame a, die mit einer Handarbeit beschäftigt ist, nicht etwa mit der Ausbesserung von Hemden für ihren Mann, oder mit der Anfertigung von Jäckchen für arme Kinder, sondern mit einer sogenannten feinen Arbeit, die somit ihre Zeit c mit Nadelstichen tödtet. Wie im vorigen Falle, so geht auch in diesem die Zeit d eines Unschuldigen, wenn auch oft in geringerem Maße verloren; es ist die Zeit ihres Gatten, der durch die Spendung eines Lesezeichens, einer gestickten Mappe u. s w. in zeitraubenden Aerger versetzt ist, oder die Zeit einer Freundin, welche mit einer Decke, einem Polster oder dergleichen beschenkt worden ist und die nun genöthigt ist, mit Gleichem zu vergelten. Auch hier aber wird die Zeitmaschine für die nutzbringende Verwerthung der Zeit c + d eine äußerst ersprießliche Thätigkeit entfalten können; Nadel und Canevas sind aus einem Stoffe x hergestellt, daher so beschaffen, daß bei jeder Berührung die aufgewendete Kraft auf elektrischem Wege in die Centralstation übertragen, die Arbeit, welche a leistet, also wirklich nutzbar

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XXX: Die Zeitmaschine (1887). Morgenpost, Wien 1887, Seite 1-2. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Extrapost_317_1887-11-28_Die_Zeitmaschine.pdf/3&oldid=- (Version vom 9.1.2022)