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bereits eine wachsende Gemeinde um ihn sammelt. Auch Candidat Fleischmann ist nach Stettin als lutherischer Hilfsprediger gegangen, den wir nicht im Auslande wißen, sondern in der einen lutherischen Kirche, der wir alle gleichmäßig zugehören. Es könnte noch manches erzählt werden als Beweis, daß wir bei Aussendung von Predigern nicht bloß an Amerika denken – aber es frommt nicht, von Unfertigem zu reden. Daß Nordamerika vorzugsweise in Betracht kommt, das kommt daher, weil Nordamerika die schnellste Hilfe erheischt, den freiesten Raum für Gestaltung der lutherischen Kirche bietet und das Land der Zukunft ist. – Haben wir dort blühende Gemeinden reinen Bekenntnisses, ist dort der Garten Gottes angepflanzt, so wird er von dort viel leichter seinen Duft auf heidnische Indianer und die umwohnenden Secten, ja in alle Welt verbreiten, als wir. Haben wir den Amerikanern unter Gottes Beistand zum Bau ihrer Kirche geholfen, dann werden sie unsern Beruf an die übrigen Völker am kräftigsten ausführen helfen.

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 Die Anstalt arbeitet aber nicht bloß für Nordamerika. Sie sucht sich auch der Heimat nützlich zu erweisen und greift mit ihrer Thätigkeit unmittelbar in den 4. Arbeitskreis hinein. Man braucht zur innern Mission immer Leute, die zu Colporteuren, Armen- und Krankenpflegern sich eignen. Solche können durch die Anstalt herangebildet werden. Christliche Handwerker, welche in Nürnberg arbeiten, und ohne sich für den Missionsdienst zu eignen, doch Glaubens-, Gebets- und Lebensgemeinschaft suchen, denen ist die Anstalt geöffnet. Der Vorsteher, Candidat Bauer, hält alle Sonntage einen faßlichen Vortrag über ein biblisches Buch, über die Augsburger Confession oder sonstige Lehr- und Lebensfragen der Kirche und dient den Leuten, sich zu gründen in Lehre und Leben; – denjenigen, welche sich treu erweisen, wird bei ihrem Abgang eine Art geistliches Wanderbuch mitgetheilt oder ein Zeugnis, das ihnen als Empfehlung dient bei allen lutherischen Pfarrern und Gemeindegliedern, die sich auf gleichen Grundsätzen mit uns erbauen. – Auch sollen für weitere

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Diverse: Fünf Festreden der Gesellschaft für innere Mission. Joh. Phil. Raw’sche Buchhandlung, Nürnberg 1850, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:F%C3%BCnf_Festreden_der_Gesellschaft_f%C3%BCr_innere_Mission.pdf/33&oldid=- (Version vom 4.9.2016)