Seite:Ferdinand Wilhelm Weber - Kurzgefaßte Einleitung in die heiligen Schriften (11. Auflage).pdf/298

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warnt vor der Thorheit des bloßen Hörens seines Wortes und ermahnt zum Thun desselben (13–29).

 2. Um auch das Wirken JEsu als des wunderthätigen Heilands Israels darzustellen, gibt uns Matthäus ein Bild von seinen Heilands-Wanderungen in seinem Volk c. 8–9, 34. Er heilt alle Krankheiten, nimmt sich so des Elendes seines Volkes an und erweist sich dadurch als den von Jesaja verheißenen Erlöser seines Volkes (8, 1–17); erfährt aber, wie die folgenden Geschichten zeigen, bereits Anfechtung und übelwollende Kritik seitens der Führer des Volks.

 Die Forderung unbedingter Hingabe schreckt selbst manch Wohlmeinenden von der Nachfolge JEsu zurück 8, 18–22, der irdische Sinn der Gadarener verbittet sich geradezu seine Gegenwart (23–34). Ja es regt sich auch bereits Widerspruch gegen ihn. Die Schriftgelehrten zeihen ihn der Gotteslästerung, weil er sich die Macht beilegt, Sünden zu vergeben, obwohl er sein Recht dazu durch die That beweist (9, 1–8), ebenso nehmen sie Anstoß an seinem Umgang mit Zöllnern und Sündern (9–13). Selbst Johannes Jünger murren, daß JEsu Jünger nicht nach der Pharisäer Weise fasten (14–17). Obwohl nun JEsus das blutflüssige Weib durch die Kraft, die von dem Saume seines Kleides ausgeht, gesund macht und des Jairus Tochter von den Toten auferweckt (18–26), obwohl er die Blinden und den dämonischen Taubstummen heilt, also die höchsten Beweise seiner göttlichen Sendung gibt, so lästern ihn die Pharisäer dennoch und sagen, er thue solches mit Hilfe der Dämonen (27–34).

 IV. Die Sendung der Zwölfe. Gerührt durch die geistl. Verwahrlosung des Volkes (9, 35–38) sendet Jesus die Zwölfe, in denen er sich gleichsam vervielfacht, mit der Predigt vom Reich an Israel (10, 1–15). Die längere Instruktionsrede, mit welcher er das thut, erweitert sich von v. 16 an zu einer Unterweisung für ihren Apostelberuf überhaupt, welcher Gottvertrauen und Leidensbereitschaft von ihnen fordert, sie aber auch unter den besonderen Schutz Gottes stellt und ihnen ewigen Lohn verheißt (16–42).

 Im folgenden Abschnitt zeigt der Evangelist

 V. die Ursachen, weshalb JEsus weder bei der Menge noch bei den Pharisäern Eingang fand c. 11, 2–12, 50 (falsche Messiaserwartungen, Ungewilltheit zu Buße und Glauben, die sich bei den Pharisäern bis zur Lästerung steigert) und die Wirkung der selbstverschuldeten Unempfänglichkeit auf seine Lehrweise c. 13.

 Selbst Johannes schwankt und wartet ungeduldig auf die Offenbarung der Herrlichkeit Jesu. Jesus verweist ihn auf seine Werke, die ihn als Heiland Israels beglaubigen, rettet aber vor dem Volk die Ehre seines Vorläufers 11, 2–15 und schilt die Zeitgenossen, denen trotz der grundverschiedenen Weise des Annahens weder er noch Johannes es habe recht machen können (16–19). Dann ruft er das Wehe über die galiläischen Städte, die vergeblich der bevorzugte Schauplatz seiner Wunder gewesen waren, weil sie nicht Buße thaten (20–24), preist aber den Vater für die Offenbarung des Himmelreichs an die Unmündigen