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Scheffel Korn jährlich schütten müssen: Von ihnen sind sie nach der Reformation‚ den Evangelischen Pastoribus als ein Erbstück mit zugefallen,[1] gleichwie auch die Kirche noch das sehr alte Geläute aus dem Pabstthum. besitzet. Eingepfarrt war dahın ehemahls nichts als das eigene Dorff Plauen, worinnen selber doch unsre Annen-Kirche die Hofe-Mühle mit der Schmiede beständig in Anspruch genommen hat: Aber a. 1670. ist Cunnersdorff mit dem Herren-Hofe von der Frauen-Kirche durch hohen Befehl weg- und nach Plauen gewiesen worden, und außer dem haben sich einige Häuser aus der Nachbarschafft, wider altes Herkommen, auch damit vereinigen wollen, welches Fürnehmen hingegen eine Uberschreitung der ordentlichen und richtigen Grentzen seyn würde. A. 1700. den 5. April legte man bey der fürgenommenen Erweiterung der Kirche den ersten Grund-Stein, und brachte das löbliche Werck bald glücklich zu Stande, so daß Plauen nun ein feines Gottes-Haus von aussen und von innen hat, da sonderlich noch ein zierlicher Altar a. 1735. durch eine Christliche Stifftung[2] hineingekommen. Allein es ist Zeit, auch die Evangelische Lehrer nach der Ordnung zu betrachten, welche hier entweder eine Zeitlang oder biß an ihr Ende den Samen Göttl. Worts ausgestreuet haben. Der Erste war

Johann Küchler,

zuvor auch erster Lutherischer Prediger zu S. Bartholom. vor Dreßden.[3] Er hatte zur Ehe Walpurgis, Jacob Vorhackens, eines Alt-Dreßdnischen Bürgers Tochter, die nach seinem Tode sich


  1. Diejenigen Zitzschewiger, so das Getraide zu liefern haben, kommen Deutsches Reichsgesetzblatt 1886 001 001z2.jpg nach dem II Sonnt. p. Tr. Reg. nach Dreßden, und bezahlen vorietzo das Korn nach dem Marckt-Tax.
  2. Der ehemal. Hof.Müller in Plauen, Gottlob Gäbler, hatte 70. fl. darzu vermacht: Seine Erben aber nahmen nach seinem sel. Tode alle übrige Unkosten auf sich, daß er a. 1735. am Himmelfahrts-Fest von Herrn M. Krumbholtzen mit Freud und Dancksagung eingeweihet werden kunte.
  3. Er stehet weder in der Weckischen Chron noch in dem Plauischen Verzeichniß, hingegen in Tob. Wallburg. gedruckten Lebens-Lauff etc.
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Christian August Freyberg: Plauische Kirchengeschichte. , Dresden 1737, Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Freyberg_Plauische_Kirchengeschichte_1737.pdf/7&oldid=- (Version vom 20.8.2021)