einander, sondern auch gegen eure Vorgesezten. Ich habe schon beym Gehorsam gesagt, daß ihr das mit willigem Herzen annehmen sollt, was sie euch sagen. Wir erwarten von euch, daß ihr gegen eure lieben Brüder bescheiden u. demüthig seyd, u. keine Rauhigkeit oder Widersetzlichkeit blicken laßt. Wenn einer sich auch einmal übereilt hat, so kan es nicht anders seyn, als daß er sich schäme, darüber Sünder werde, abbitte, u. auf die Art wieder in Liebe angefaßt werde. Scheuet euch ja nicht, euch auch unter einander abzubitten, wenn einer dem andern zu nahe gekommen ist. Es gehört zur Bescheidenheit, daß bey aller jugendlichen Munterkeit, bey euren Spatziergängen u. s. w. Ordnung u. Anständigkeit hervorleuchte. Am allermeisten kan man das erwarten, wenn ihr auf den Saal gehet, Gottes Wort zu hören, daß da kein wildes u. geräuschiges Wesen sey. Denkt doch immer daran, daß ihr
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 569. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/575&oldid=- (Version vom 8.7.2025)