wissen sollt, ob euch dies Buch zuträglich oder nachtheilig ist. Wenn man nun dabey ein verstecktes Wesen bey euch merkt, so kan man dabey nicht ruhig seyn; ihr müßt es, so wie in allen Stücken, auch besonders hierin, für eine Hauptpflicht ansehen, offen zu seyn. Was euch zum Vergnügen u. Nutzen ist, wollen wir euch gewiß nicht entziehen. Das macht schon ein böses Gewissen, wenn ihr etwas verheimlichet. Es kan einer ein recht gutes Buch von seinen Eltern oder Anverwandten bekommen haben; es ist aber doch nöthig u. gut, wenn er es anzeigt, damit man ihm sagen könne, ob es auch dermalen für seine Kenntnisse u. Umstände passe.
Eben die Offenherzigkeit, die wir euch in Ansehung der lecture anrathen, wollen wir euch auch in Ansehung der Correspondenz empfehlen. Es ist eine vestgesezte Ordnung, daß ihr keine Correspondenz führt, ohne daß man sieht,
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 628. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/634&oldid=- (Version vom 2.8.2025)