Seite:Geographische Beschreibung von Hopferstadt.pdf/11

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Arbeit gewohnten Bauersleute keineswegs, aber die Vorbeyreisenden desto mehr, weil sie gemeiniglich stecken bleiben, oder theure Vorspann brauchen. Am gewöhnlichsten wird nach Martinstag verkauft, dem Zeitpunct, wo die meisten ausgedroschen haben; doch währt der Markt das ganze Jahr. 100–200 fl. tragen die Bauern gewöhnlich vom Markt zurück. Bey hohem Preise geschieht es, daß einige, welche 6–8 Fuhren dahin geliefert haben, mit 1000 fl. zurück kommen.

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Wenn die Saat und das Dreschen vorüber ist, hört für die Mannsleute für den Winter beynahe alle Arbeit auf. Bauern und Knechte ruhen da aus. Die wenige Arbeit, welche sie zu verrichten haben, besteht im Holzspalten, Garnhaspeln, Verfertigen der Strohseiler und Körbe aus Stroh. Viele geben sich mit Weben ab, auch manche mit Spinnen und Strumpfstricken. Die Weibsleute sind desto fleißiger mit Spinnen, nachdem sie den Flachs zubereitet haben; sie halten gewöhnlich bis nach Mitternacht mit Spinnen an, zu dem sie früh 5 oder 6 Uhr gewiß wieder greifen. 12–14 Stücke Tuch, welche zusammen 5–600 Ellen halten, bleichet man gemeiniglich auf jedem Hofe im Frühling. Davon bekommen Knechte und Mägde 10–15 Ellen zum