Seite:Geographische Beschreibung von Hopferstadt.pdf/12

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eingedungenen Lohn, der bey den Knechten auf 24 Fränkische Gulden, bey der Magd aber auf 12–14 fl. steigt, je nachdem die Arbeit ist, die sie zu verrichten haben. Ein Hausvater mit vielen Kindern schämt sich nicht, einige derselben, die er gerathen kann, seinem Nachbar als Mägde zu verdingen; Töchter, 800–1000 fl. reich, dienen als Mägde; eben so die Söhne. Nur an harte, anhaltende Arbeit von Jugend auf gewohnte Menschen sind der fürchterlichen Arbeit im Gau fähig: selten thut ein entfernter Dienstbote in demselben gut. Der vielen und beschwerlichen Arbeit halber, die mehrere Menschen erfordert, gibt der Bauersmann sehr spät seine erwachsene, arbeitsfähige Tochter an einen Mann, die meisten werden 30jährig und darüber, bis sie ans Heyrathen denken dürfen. Sie bekommen meistens 1000, manche 4–5000 Gulden Heyrathsgut. Die rastlose Arbeit schützt das von heyrathsfähigen Leuten beyderley Geschlechts volle Dorf vor Ausschweifungen, Schwängerungen etc. Man hält so strenge auf weibliche Eingezogenheit, daß man von Seiten der geistlichen Obrigkeit verdächtige Personen aus ihrem Platz in der Kirche, der einem jeden nach seinem Alter angewiesen ist, verstößt, den Verunglückten bey den Auskündigungen