Seite:Georg Muck - Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1).pdf/191

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

neben jedem dieser 16 Glasgemälde eine nähere Erklärung in sechs hexametrischen lateinischen Zeilen an der Mauer der Fensterhöhlung beigeschrieben. Über diese Darstellungen und Beischriften theilen die Monumentenkopisten Folgendes mit:

Erster Flügel. Darstellung: Verheißung der Geburt Bernhards. Inschrift folgendes Zweigespräch: Mater: Heu mihi! Monachus: Noli timere, optimi catuli mater eris. Laut der sechszeiligen Mauerschrift daneben gründet sich dieses Zweigespräch auf folgende Legende: Der Mutter Bernhards träumte vor dessen Geburt, sie habe ein weißes bellendes Hündchen geboren. Der Traum wurde ihr dahin gedeutet: „Der Sohn, welchen du gebären wirst, wird rein in seinem Wandel, treu der Kirche und den Feinden derselben ein Schrecken sein.“

Zweiter Flügel. Der Herr erscheint in einer Christnacht Schülern Bernhards. Inschrift: Monach. Bernhardus existens primus scholaris in essentia, in nocte nativitatis Christi scholaribus apparuit dominus, quasi denuo procedens de thalomo suo. Daneben die erklärende Mauerschrift.

Dritter Flügel. Bernhard fordert auf zum Eintritt in das Kloster. Inschrift: Fratres, ituri sumus de proximo et monasterium intraturi.

Vierter Flügel. Bernhards Eintritt in das Kloster zu Citeaux. Inschrift: Suscipe me, o pater sancte ac gratiose domine. Die Mauerschrift daneben besagt, daß Bernhard im J. 1110 (1113) eintrat.

Fünfter Flügel. Bernhard predigt vor Eltern und Kindern, und schärft ihnen ihre Pflichten ein. Inschrift: Donec illud tenueris, aliud non accipies.

Sechster Flügel. Der Herzog von Aquitanien verachtet Bernhards Bitten und Befehle, bis das göttliche Strafgericht, Erstarrung der Glieder, ihn ereilt und niederstreckt. Inschrift: Mon. Ecce ad te processit virginis filius, dominus ecclesiae, quem tu persequeris, resiste ei, si vales.

Siebenter Flügel. Bernhard im Gebet vor dem Heiland.

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 175. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/191&oldid=- (Version vom 1.8.2018)