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je lieber es den Altherren ist. So er will resigniren, so begehren die Altherren, daß er uns behilflich sei, daß die dem Markgrafen Kasimir geliehenen 2000 fl. wieder gezahlt werden, und daß er helfe, daß der Zins auf dem Rathhaus zu Nürnberg wieder abgelöst, auch den Altherren der Brief über Waizendorf, dann andere Briefe und Privilegien überantwortet werden, auch was zum Stab, Ring und anderem Kleinod gehört. Auch solle er anzeigen, welche Kleinod er sein Lebenlang zu seiner Ergötzlichkeit brauchen wolle, auf daß nach seinem Tode kein Zank und Nachred entstehe. So dann solches geschickt, sagen die Altherren, sie reden ihm sonst nicht in seine Rechnung, wollen auch darnach mit ihm ander Ding halben freundlich und gütlich handeln.“ Das vielfach durchstrichene und abgeänderte Konzept ist ohne Datum, aber zuverlässig im ersten Regierungsjahre Kasimirs (1515) geschrieben, vermuthlich nie mundirt, sondern lediglich ad Akta gelegt worden, da das Projekt nicht zur Ausführung kam. Der Abt blieb Abt und wurde nicht Kammermeister. Die Altherren beruhigten sich von selbst, als sie sahen, daß der Abt den Markgrafen Kasimir durchschaute und einsah, daß er sich in ihm getäuscht habe. Mit welchem Unmuth er sich über Kasimirs und seines Anhanges lockeres Treiben bei der Bestattung der Herzogin Barbara von Crossen, Kasimirs Tante, aussprach, ist in den Beitr. S. 127 und 128 zu lesen. „Übel und übel! es bessert sich nichts!“ schrieb der Abt im dritten Regierungsjahre Kasimirs.

Das dritte Regierungsjahr Kasimirs, 1517, das vorletzte Lebensjahr unseres Abts, beschreibt dieser als ein Mißjahr. „Am 25. April verderblicher Frost; im Sommer Dürre, daher Mangel, hohe Viktualienpreise: das Fuder Wein 30 fl., sonst 12, das Sra Korn 33 Talente, drei- bis viermal theurer als sonst; am 12. Juni Sturm und Hagel; die Klosterunterthanen mit 1600 Sra. Getreide in Rückstand. Allenthalben Prozessionen zu den der Jungfrau Maria und andern Heiligen geweihten Kirchen; die Wallfahrer schweigend und barfuß. Von den Weinbergen des Abts bei Randersacker nur 6 Eimer, von denen des Bursarius daselbst nur 5 Fuder, von denen bei Neuhof nichts. Der Konvent –

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 218. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/234&oldid=- (Version vom 1.8.2018)