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Ausgaben dafür (ad incorporandum coloribus tabulam Petri et Pauli 75 fl.), nennt aber den Maler nicht. Die wohlerhaltenen Malereien auf den zwei beweglichen Altarflügeln wurden 1854 restaurirt, nicht aber die sehr beschädigten Malereien auf den zwei unbeweglichen Altarflügeln.[1] Sind diese und, wie man mit Recht vermuthet, auch die nachher zu besprechenden Malereien am Mauritiusaltar, von Wolgemut, so muß er als 76- und 78jähriger Greis diese Arbeiten gefertigt haben. In dem Untersatz, auf welchem der Altarschrein ruht, ist das Schifflein Petri oder Christi, in Holz geschnitzt, dargestellt. Den Untersatz verschließen zwei kleine bewegliche Altarflügel, von welchen einer abhanden gekommen ist. Der noch vorhandene zeigt auf der Außenseite das Bild unseres Abts mit der Inful zu seinen Füßen; auf der Inseite einen Engel, vermuthlich Gabriel. Auf der Inseite des abhanden gekommenen Flügels war vermuthlich Maria, dem grüßenden Engel gegenüber, abgebildet; dem Abt gegenüber vielleicht der durch ihn errichtete Brunnen. Der abgängige kleine Flügel wurde 1857 durch einen neuen ersetzt und vom Maler Engelhard von Nürnberg entsprechend bemalt. Das Bild außen stellt den Klosterstifter dar.

5. 1513 zahlte unser Abt 45 fl. für die Ölbilder außen am Altar der hl. Ursula und der 11,000 Jungfrauen. Der Bildschnitzer ist eben so wenig genannt, wie der Maler der vier Ölbilder auf dem Altargehäuse: Margaretha, Katharina, Barbara, Lucia. Zu den Füßen dieser Heiligen ist unser Abt kniend abgebildet, neben ihm sein Brunnen. Am Altaruntersatz sieht man auf sechs Schildchen die Marterwerkzeuge, die Jahrzahl 1513 und die Buchstaben S. A. (Sebaldus Abbas).

6. Die in demselben Jahr von unserem Abt angeschaffte Uhr mit dem aus Holz geschnitzten Löwen und dem Tode stand neben Nr. 147 im Querschiff.[2] Hier stand am Eckpfeiler ein Kasten, auf dessen Oberfläche von Westen her einige Stufen


  1. Auch diese wurden neuerlich in der Kunstschule zu Nürnberg renovirt.
  2. Anders Stillfried S. 56.
Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 227. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/243&oldid=- (Version vom 1.8.2018)