Seite:Georg Muck - Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1).pdf/244

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

führten; auf dem Kasten ein Löwe; auf diesem saß rittlings ein Todtengerippe mit einem beweglichen Arm, welcher bei jedem Stundenschlage auf den Kopf des Löwen schlug. Hinter dieser Gruppe war das schrankförmige Uhrgehäuse an den Eckpfeiler gelehnt. Über dem Zifferblatt stand der Name Thomas Teichmann. Der Aufsatz des Gehäuses hatte die Gestalt einer Krone. Uhr und Gehäuse sind nicht mehr vorhanden. Für die Uhr zahlte unser Abt 57 fl., für den Löwen mit dem Tode 7 fl., nannte aber, nach seiner Gewohnheit, nicht die Namen der Verfertiger. Die Kopien der Gruppe verdanken wir wieder den ofterwähnten Kopisten, welche um 1600 die beschriebenen Gegenstände noch unversehrt vorfanden, jedoch nicht mehr den Inhalt des Kastens: die zur Zeit unseres Abts darin aufbewahrten Heiligengefäße. Der Löwe mit dem Tode kam 1866 nach München.

7. 1515 zahlte unser Abt 46 fl. für Ölgemälde an dem abhanden gekommenen Christinenaltar: ad incorporandum et pingendum tabulam S. Christinae, und

8. gleichzeitig 8 fl. 7 Talente für Ölmalereien an dem gleichfalls nicht mehr vorhandenen Nikolaialtar.

9. Dagegen steht noch in Heilsbronn der Mauritiusaltar.[1] Die einer früheren Zeit angehörigen Schnitzbilder darin stellen meist Scenen aus dem Leben des heiligen Mauritius dar. Dieser erscheint erst als Führer der thebaischen Legion, zuletzt als Märtyrer. Ähnlich erscheint er auf der Außenseite der Altarflügel in den Ölgemälden, welche unser Abt in demselben Jahre 1515 fertigen ließ. Unter einem dieser Bilder ist der Abt kniend und mit seinem Brunnen dargestellt. Die Abtsrechnung meldet wieder, was für die Bilder gezahlt wurde, aber nicht, wer sie gemalt hat. Vermuthlich sind sie von Wolgemut, des Klosters Zins- und Lehensmann. Sein Wohnhaus in Nürnberg war, wie mehrere andere dortige Häuser, darunter auch das Rathhaus, dem Kloster Heilsbronn zinsbar. Beim folgenden Abt Wenk werden wir sehen, daß das Kloster die Gefälle von 18 Häusern,


  1. Vgl. Stillfried S. 69.
Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 228. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/244&oldid=- (Version vom 1.8.2018)