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schützen. Bei den Verhandlungen hierüber erscheint als Zeuge derselbe Friedrich von Mistelbach und wird abermals als ein Bruder des Bischofs Otto bezeichnet. Gründen sich diese beiden Mittheilungen auf Urkunden, so unterliegt es keinem Zweifel, daß Otto weder ein bayerischer Herzogs- oder Grafensohn, noch ein schwäbischer Edelmanns- oder Bürgerssohn war, sondern ein fränkischer Edelmannssohn, und zwar aus Mistelbach selbst, oder aus einem andern den Herren von Mistelbach gehörigen Orte. Der Ort Mistelbach wird urkundlich als nahe bei Heilsbronn gelegen bezeichnet, und zwar als einer von denjenigen Orten, wo das Kloster schon in den ersten Jahren seines Bestehens Güter erwarb. An Mistelbach bei Bayreuth[1] ist hier nicht zu denken, da das Kloster in der bayreuther Gegend nie etwas besaß. Die Heilsbronner Urkunde (Hocker, Supplem. S. 74), welche von einer Gütererwerbung in Mistelbach spricht, ist eine päpstliche Bulle, welche 1147, sonach im 15. Jahre nach der Klostergründung, ausgefertigt wurde. Der Klosterbesitz beschränkte sich damals auf die nächste Umgebung von Heilsbronn. In der Bulle werden die Orte, wo das Kloster damals begütert war oder neue Acquisitionen machte, in folgender Ordnung genannt: „Adelstorph, Cella, Witramenesdorph, Erlahe, Bonendorph, Selgenstat, Brucche, Velsenberc, Bezemannesdorph, Mistelbach.“ Zuverlässig lag das die Reihe schließende Mistelbach, wie die zuvor genannten 9 Orte, nicht über Mkt. Erlbach (Erlahe) und Merkendorf hinaus. Unser Mistelbach muß sonach in der Nähe von Heilsbronn gesucht werden. Vermuthlich trug diesen Namen in der Vorzeit ein Ort bei Heilsbronn, welcher in den älteren Ausschreibungen unter dem Namen Erlbach vorkommt, noch häufiger aber unter dem Namen Müncherlbach. Daselbst wohnten laut einer Mittheilung im 4. Jahresbericht des hist. Vereins von Mittelfranken S. 32 vormals Adelige, vermuthlich auch die Eltern des Bischofs Otto und seines Bruders


  1. Anders Stillfried, Kloster Heilsbronn, Vorwort Seite VI ff. und Alle, die Otto’s Leben beschrieben haben.
Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/25&oldid=- (Version vom 1.8.2018)