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Heilsbronner Urkunde näheren Aufschluß. Was sich in der Heilsbronner Bibliothek über ihn aufgezeichnet findet, wurde in weit späterer Zeit geschrieben, nachdem er längst kanonisirt war. Diese Ausschreibungen enthalten mehr Legende als Geschichte, darunter auch die vorhin mitgetheilten, offenbar unrichtigen biographischen Notizen. Ein noch im Jahre 1600 am Hochaltare angeheftetes Gebet mit der Aufschrift: De Sancto Otthone episcopo, hujus altaris patrono et illius monasterii fundatore, rühmt die Verdienste Otto’s und die durch ihn geschehenen Wunder. Dann folgt die Bitte: er wolle die Diener in dem von ihm gestifteten Kloster beschützen, Pest und Elend wegnehmen etc. Das Gebet wurde vermuthlich in einer Zeit schwerer Heimsuchung gefertigt. Der 26. Abt Wenk (siehe dessen Biographie im III. Abschnitt) schmückte den Hochaltar mit fast lebensgroßen Holzstatuen, von welchen eine vermuthlich den Bischof Otto darstellt.[1] Die von Hocker in seiner Bibliotheca heilsbronnensis S. 26–30 summarisch mitgetheilte Lebensbeschreibung Otto’s verfaßte zuverlässig ein heilsbronner Mönch, welcher aber nicht aus Urkunden schöpfte, sondern nur aufschrieb, was ihm ein „wahrheitsliebender Priester Udalrich“ erzählt hatte. Die Biographie enthält theils historisch Begründetes, theils Legende. Was Hocker über die Abstammung von den Grafen von Andechs beifügt, ist, obiger Darlegung zufolge, unrichtig.

Das Bildniß des Bischofs findet man im Chor der heilsbronner Kirche auf einem Wandgemälde, welches bei der Kirchenrestauration im Jahr 1771 durch Eintreiben von Balken arg beschädigt, dann übertüncht, im J. 1844 aber von der Tünche wieder befreit wurde. Auf dem Bilde links kniet Otto, rechts ein Graf von Abenberg; beide tragen auf ihren Händen die heilsbronner Kirche. Die beiden Personen sind zwar nicht durch Beischrift ihrer Namen, aber durch ihre Wappen bezeichnet, Otto auch durch den Heiligenschein und durch den Bischofsstab, welchen ein


  1. Bei der neuesten Restauration wurde die Statue in der Sakristei aufgestellt. Siehe den Grundriß der Klosterkirche, Nr. 157 oder 159 und Band III die Beschreibung des Hochaltars.
Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/27&oldid=- (Version vom 1.8.2018)