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oder der Herren Statthalter und Räthe daselbst nicht thun dürften, in Folge kürzlich dem Kloster zugekommener Befehle.“ Albrechts Höflinge in Neustadt und Kulmbach, welche in ähnlicher Weise wie die zu Onolzbach beschenkt wurden, insinuirten dem Kloster: „Der junge Georg Friedrich hat keinen andern Vormund, als unsern gnädigen Herrn Albrecht. Daß man ihm andere Vormünder gesetzt hat, ist eine Anmassung. Diese vermeintlichen Vormünder in Onolzbach haben in Angelegenheiten des Klosters einseitig nichts anzuordnen.“ Gegen diese usurpatorischen Vormünder beabsichtigte Albrecht im Herbst 1545 einen Überfall, und zwar von Heilsbronn aus. Er verlegte dahin 200 Reiter und Mehrere vom Adel. Jedermann hielt es für eine Rüstung zu einem Feldzug im kommenden Frühling. Den Aufwand für die Verpflegung der 200 Reiter vergütete Albrecht durch Übersendung von 10 Ochsen und 300 Thalern, deren Empfang unser Abt am 10. Nov. nach Kulmbach bescheinigte mit dem Wunsche, daß Gott dem Markgrafen langes Leben und glückliche Heimkehr aus dem Feldzuge verleihen möge. Unerwartet zog Albrecht mit seinen Reisigen von Heilsbronn aus gen Onolzbach, um vor Allen den ihm verhaßten Statthalter von Knoblachsdorf zu verhaften; doch dieser entfloh noch rechtzeitig. Albrecht kehrte nach Heilsbronn zurück und sandte von da aus an Bürgermeister und Rath zu Onolzbach einen Erlaß voll bitterer Galle, worin er den Statthalter einen ehr- und treulosen Buben und Ehrendieb nannte. (Beitr. S. 153.)

Unser Abt beherbergte gleichzeitig mit den 200 Reitern ein Paar Einlagerer anderer Art: zwei Mastochsen, welche die verwittwete Markgräfin Emilie bei ihm in Kost gegeben hatte mit der Weisung, daß die Thiere nicht ausgetrieben werden sollten. Die beiden Pfleglinge wurden übermäßig fett, so daß einer derselben auf dem Wege zur Tränke todt niederfiel. Unser Abt meldete der Markgräfin den Unfall und betheuerte: „Ich bin darüber nicht weniger erschrocken, als wenn solches mir selbst zugestanden. Über 200 Personen vom Adel und reisigen Knechten sahen es mit an. Ich bitte, es nicht meinen Dienern und ihrer Nachlässigkeit

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 422. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/438&oldid=- (Version vom 1.8.2018)