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zur Last zu legen, sondern hierin dem Willen Gottes stattzugeben.[“]

Mit Ausnahme der ebenberichteten Expedition kam es im Jahre 1545 noch zu keiner Waffenthat in und um Heilsbronn. Doch fehlte es nicht an Exzessen durch „gardende Landsknechte“, die, in diesem Jahre nicht durch Krieg beschäftigt, das Land durchzogen, besonders auf Weilern, Mühlen und Einzelhöfen die Leute belästigten, Weiber, Töchter, Mägde, auch Söhne und Knechte an sich lockten. Diesen Exzessen zu steuern, erließen Statthalter und Räthe um Ostern ein Mandat, welches auch unser Abt in seinem Bereiche publiziren ließ. Darin hieß es: „Ein Reichskrieg ist nicht vorhanden, sonach das Garden nicht zu gestatten. Jeder auf dem Garden begriffene Landsknecht soll arretirt und seinerwegen nach Onolzbach berichtet werden. Söhne, die mit ihnen laufen, sind ihres Vermögens verlustig und bei ihrer Rückkehr gleichfalls zu verhaften. Eben so jede Weibsperson, die mit ihnen zieht.“ Das Mandat hatte nicht den gewünschten Erfolg; die gardenden Landsknechte blieben nach wie vor eine Landplage.

„Ein Reichskrieg ist nicht vorhanden“, hieß es in diesem Mandat von 1545. Am 18. Februar des folgenden Jahres starb Luther, durch dessen gewaltigen Einfluß der Ausbruch eines Reichskrieges bisher verhütet wurde. Allein bald nach seinem Tode brach der schmalkaldische Krieg aus, welcher auch das Kloster Heilsbronn vielfach berührte. Der damals lutherisch sich gerirende Markgraf Albrecht zog 1546 mit seinem gleichfalls lutherischen Vetter, Herzog Moriz von Sachsen, Bruder seiner Pflegemutter Emilie, im Dienste des Kaisers gegen die Protestanten. Unser Abt hatte ihm zu diesem Kriegszuge bereits eine Mene gestellt. Albrecht bat weiter um einen Reitknecht nebst Pferd und Geschirr für seinen Kammerschreiber Hieronymus Hartung, welcher mit in den Krieg ziehen sollte. Die abschlägige Antwort des Abts lautete: „Ich habe nur noch zwei Reitknechte im Stall, von welchen der Eine das ganze Jahr hindurch, und besonders jetzt, mit dem Futter in Neuhof zu thun hat; der

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 423. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/439&oldid=- (Version vom 1.8.2018)