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mit der Fahne, auf einen zerknickten Spieß tretend; unten ein Mann knieend, auf seinem schwarzen Mantel ein rothes Wappen; gegenüber seine Frau in Nonnentracht (Nr. 107). Über den auf der zollerischen Hauptgruft stehenden Sarkophag, welchen Gruenberg in den Jahren 1566 bis 69 modernisirte, wird unten beim Abt Wunder ausführlich berichtet werden.


Der 31. Abt Philipp Heberlein[1] (1552–54)

(Heberling) aus Ochsenfurt regierte vom 8. Februar 1552 an bis zu seinem am 17. März 1554 erfolgten Tode, sonach zwei Jahre lang. Die heilsbronner Aufschreibungen berichten über die Berufsart seines Vaters nichts, wohl aber, daß sein Bruder nicht weit von Ochsenfurt, in Tiefenstockheim, starb und minderjährige Kinder hinterließ, darunter einen Knaben, welchen der Abt in die Schopper’sche Schule aufnahm. Der Knabe kehrte jedoch nach ein paar Jahren zu seinen Vormündern nach Tiefenstockheim zurück, um ein Handwerk zu erlernen, da er zum Studiren nicht befähigt war. Unser Abt, zuvor Mönch in Ebrach, war einer der sechs Restauratoren, die wir vorhin auf Befehl des Markgrafen Albrecht in Heilsbronn einziehen sahen.

Guillerimus Imel, Prior, Johann Knörr und der Richter Hartung hatten in Onolzbach und Kulmbach den Tod des vorigen Abts angezeigt, um Verhaltungsbefehl und um Beschleunigung der Wahl eines andern Abts gebeten, „damit nicht wieder, wie bei dem Tode des Abts Greulich, durch Ausbringung etlicher Curtisan dem Kloster mit seinen Privilegien und den Markgrafen als Schutzherren Nachtheil entstehen möge.“ Von dem nahen Onolzbach brachte schon am folgenden Tage Veit Asmus von Eib mündlichen Bescheid nach Heilsbronn. Statthalter und Räthe in Kulmbach gaben in Abwesenheit des Markgrafen schriftlich folgenden Bescheid: „Die Wahl ist zu beschleunigen, in herkömmlicher Weise zu vollziehen, der Wahltag wegen Abordnung eines Deputirten anzuzeigen, ein geschickter Mann zu wählen, der


  1. Vgl. Stillfried S. 47.
Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 450. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/466&oldid=- (Version vom 1.8.2018)