Seite:Georg Muck - Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1).pdf/467

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

in diesen beschwerlichen Zeiten Noth thut. Der Hauptmann zu Neustadt ist angewiesen worden, zwei Beamte nach Heilsbronn zu senden zur Obhut und Verwahrung des Klosters bis zur Wahl. Bis dahin sind verdächtige fremde Personen nicht in’s Kloster zu lassen.“ Auf diesen nach Onolzbach mitgetheilten Bescheid beriefen die dortigen Räthe den Richter Hartung zur Rücksprache und dekretirten gleichfalls Beschleunigung der Wahl. Demzufolge wurde die Wahl auf den 8. Februar anberaumt und der Abt Johann von Ebrach nebst den Äbten von Bildhausen und Lankheim dazu eingeladen. Allein schon nach ein paar Tagen wurde der Richter eiligst wieder nach Onolzbach berufen zur Rücksprache wegen der Aussage „zweier stattlicher Herren des Raths zu Nürnberg“, welche versicherten: der Bischof von Arras (Granvella) habe sich bei kaiserlicher Majestät das Kloster Heilsbronn ausgebeten, was auch in diesen geschwinden Läufen gar wohl glaublich sei, aber dem Kloster und der Herrschaft zum trefflichen Schaden gereichen würde; daher sei es rathsam, die Wahl acht Tage früher vorzunehmen. Sofort wurden die drei genannten Äbte und der obergebirgische Kommissär Hans Wolf von Lentersheim, Amtmann zu Emskirchen, beschickt und ersucht, schon am letzten Januar in Heilsbronn einzutreffen, um am ersten Februar die Wahl zu vollziehen. Zugleich wurden die beiden Fürstenhäuser gebeten, die drei Äbte mit Geleitsbriefen zu versehen, damit sie in dieser kriegerischen Zeit sicher reisen mögen. Zugleich wurde jedes der beiden Fürstenhäuser um einen Hirsch gebeten. Die Geladenen fanden sich mit Gefolge am letzten Januar ein, gewärtig der Wahl am folgenden Tage. Allein in der Nacht kam ein reitender Bote mit der Nachricht, daß der Abt von Ebrach unmöglich an diesem Tage erscheinen könne. Die sämmtlichen bereits Anwesenden übernachteten und speisten, 15 Tische, folgenden Tages in der Abtei. Es blieb nun bei der ersten Bestimmung der Wahl am 8. Februar. Alle Geladenen erschienen. Der neugewählte Abt Heberlein mußte, wie sein Vorgänger, den oktroyirten oben mitgetheilten Revers unterschreiben. Tags nach der Wahl erhielt der Abt von Ebrach aus dem Stalle

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 451. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/467&oldid=- (Version vom 1.8.2018)