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Handlung ließ ihn unser Abt im Gefängniß an eine Kette legen, schenkte ihm aber nach seiner Erledigung wieder Vertrauen und machte ihn sogar zu seinem Diener. Zum Dank für solche Großmuth öffnete Heußner, während der Abt krank in Ansbach darnieder lag, dessen Gemach in Heilsbronn und stahl daraus Kleider, Geld und Anderes. Er schlich sich mit dem Raube aus dem Kloster, wurde aber auskundschaftet und zurückgebracht. „Da liegt nun der Dieb noch gefangen – schrieb Hartung – der nicht allein Diebstahls, sondern auch anderer verlogener Worte halben durch den Henker sollte billig gerechtfertigt werden.“ Da aber zwei Vettern in Windsbach und Eschenbach für ihn bürgten, so wurde er nach dreimonatlicher Gefangenschaft entlassen nach geschworener Urphed, in welcher es, um seiner Freunde und anderer Leute willen, nicht hieß: „wegen Diebstahls“, sondern: „wegen freventlicher Worte und unehrlicher Handlung.“ Im folgenden Jahre saß Heußner wegen Uebelthat in der Frohnfeste zu Gunzenhausen.

Während der andauernden Krankheit des Abts that man die erforderlichen Schritte, um beim Eintritt des Todes nicht Unannehmlichkeiten ausgesetzt zu sein. „Um gefährlichen Praktiken im Kloster zuvorzukommen“ wurde Wilhelm von Dannhausen von Regenten und Räthen von Onolzbach nach Heilsbronn gesendet. Da in der Abtei allerlei Volk ab- und zuging, so wurden schon vier Tage vor dem Eintritt des Todes durch Dannhausen nebst dem Prior, Burschner und Richter etliche Thüren und Truhen versiegelt. „Samstag nach Judica verschied sein Ehrwürden. Was ferner gehandelt wurde, such hernach am Ende des Registers verzeichnet“ schrieb Hartung, unterließ aber den Eintrag in das Register, da er erkrankte und wenige Wochen darauf starb.

Der Abt Heberlein starb am 17. März 1554 in Ansbach, wurde aber in Heilsbronn beerdigt. Sein Grabstein wurde auf Anordnung des Abts Schorner durch Vermittelung des Richters Hartung und des Konrad Preuß, Vikars bei St. Gumbertus in

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 463. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/479&oldid=- (Version vom 1.8.2018)