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Infirmarius i. J. 1463: infirmis fratribus tempore pestilenciae pro carnibus, pullis, ovis, speciebus, vino et aliis 33 talenta; famulis servientibus fratribus defunctis ad sepeliendum 6 t. Er bezahlte den von Nürnberg berufenen Doktor, den Apotheker daselbst und die Boten, welche den Urin der Kranken dahin trugen. Er hatte unter Verschluß 20 Betten mit Zubehör, Tisch- und Küchengeräthe etc., in den genannten beiden Kapellen 1 Kelch, 1 Missale, 4 Matutinalia, 2 Psalteria, parvum libellum de arte moriendi, 6 Meßgewänder etc. Als Nebengeschäft war ihm die Perzeption von Gefällen in fernen Orten übertragen, z. B. in Ziswingen und Sohrheim im Ries und in Neunhof bei Nürnberg.

17) „Der Spitalmeister, Hospitalarius,[1] Magister hospitalis,“ ein Mönch (z. B. der nachmalige Abt Kötzler), hatte das Hospital[1] zu verwalten, d. h. nicht das soeben besprochene Krankenhaus für kranke Mönche, sondern das westlich von den Klostergebäuden gelegene Spital: ein Armen- und Pfründnerhaus, worin nicht Mönche, sondern erblindete, arbeitsunfähige Klosterknechte, Kastenmesser, herabgekommene invalide Bauern, auch Präbendarii, die ihre kleine Habe einbrachten und dann bis an ihren Tod beherbergt und gut verköstigt wurden. Hatte der Abt mit seinen Altherren ein Aufnahmsgesuch besprochen und die Aufnahme beschlossen, so wurden die Angehörigen des Petenten vorgerufen, welche dann nach Stellung zweier Bürgen in einem notariellen Akt erklärten, nach dem Tode des Pfründners dessen Bett, Kleider und Baarschaft nicht zu beanspruchen. Nach dem Tode des Pfründners wurden seine Effekten zum Besten des Spitals verkauft oder vom Abt an andere Spittler verschenkt. Mehr als 14 Individuen konnten nicht in dem Spitalgebäude untergebracht werden. Es hatte ein Krankenstüblein mit drei Betten und ein Badstüblein. Nach Auflösung des Klosters wurden auch invalide markgräfliche Diener ausgenommen. Von 1265 an wurden bisweilen kleine Schenkungen speziell für das Spital


  1. a b Anders Stillfried Vorwort S. XI und S. 86.
Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 604. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/620&oldid=- (Version vom 1.8.2018)