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Kurfürsten, weßhalb der Abt nach zwei Jahren den Markgrafen wiederholt bat, Antwort zu erwirken und die Rechte des Klosters zu wahren. 1572 bat Fleischmann um Addition; der Abt schloß die Bitte den Räthen in Amberg zu. 1576 starb der Kurfürst, zwei Jahre darauf der Abt Wunder, welcher vergeblich Alles versucht hatte, um dem Kloster das Patronat zu erhalten. Was vorhin von Hirschau gesagt wurde, gilt auch hier: Das Band zwischen Kirchthumbach und Heilsbronn war für immer zerrissen. Auch dort wurde bald Lutherthum, bald Calvinismus, bald Katholizismus von den bayerischen Fürsten beliebig oktroyirt. Es wurde vorhin berichtet, wie der Herzog im J. 1568 in seinen Landen den Calvinismus einführte und wie demzufolge der Pfarrer Modler zu Hirschau in radikalster Weise reformirte. Fleischmann in Kirchthumbach ließ sich, trotz angedrohter Besoldungssperre und Absetzung, zu einem solchen Verfahren nicht bewegen.


21. Heilsbronn.

Eine Rundschau bei den Klösterlingen, bei den weltlichen Beamten, in der untern Volksklasse, in der Schopper’schen Schule und in den Predigerfamilien gibt genauen Aufschluß über den dortigen Stand des religiös-sittlichen Lebens im Reformationsjahrhundert.


a. Die Klösterlinge.

Es ist oben berichtet worden, daß das Leben der heilsbronner Klösterlinge zu keiner Zeit ein dissolutes und daß die Geistesrichtung vieler Konventualen in Heilsbronn schon vor dem Reformationsanfang reformatorisch war. Als nun Luther klar aussprach, was ihnen noch unklar vorschwebte, besonders hinsichtlich der Klostergelübde, da verließen Viele das Kloster und wendeten sich zu bürgerlichen Handthierungen. Der 26. Abt Wenk, welcher im Jahr nach dem Reformationsanfang die Regierung antrat, dachte anders: er war der Reformation abgeneigt, dabei ein ehrenwerther Charakter, streng in der Handhabung der Klosterzucht und bemüht, das gelockerte Band fester zu knüpfen. Allein die Majorität im eigenen Hause trat ihm entgegen, dazu der

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 101. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/103&oldid=- (Version vom 1.8.2018)