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geben. Daß er mit Gewandtheit lateinische Verse schrieb, beurkundet die Pfarrmatrikel, worin er den Tod der beiden kurz nacheinander verstorbenen Titularäbte Limmer und Francisci eintrug und zu deren Gedächtniß lateinische Verse beifügte, die er am Schlusse seiner Gedächtnißrede recitirt hatte. Noch ausführlicher sind seine Aufschreibungen in gebundener lateinischer Rede zum Gedächtniß des von ihm bestatteten Verwalters Cornberger. Er unterschrieb sich gerne: „C. Leius, Ecclesiastes, Orocrenius (d. h. aus Bergbronn), P. L. (d. h. Poeta laureatus).“ Bisweilen nennt er sich „Soterocrenius“, d. h. Heilsbronner. Zum Gedächtniß seiner 12jährigen Tochter, die von einem Knaben durch einen Steinwurf getödtet wurde, schrieb er eine zweizeilige lateinische Grabschrift, aus deren Zahlbuchstaben sich das Todesjahr 1592 ergibt. 1594 kam er nach Lehrberg.

11) Magister Mich. Dreßler (1594–1610) aus Leobschütz in Schlesien, erhielt seine Vorbildung in Breslau, studirte in Wittenberg, bezog daselbst ein ansbacher Stipendium, wurde Diakon in Ansbach, Pfarrer in Gunzenhausen und dann in Heilsbronn. Ein begabter Prediger und Lehrer. Die Schrift auf seinem Grabsteine bezeichnete ihn als Ecclesiastes, hebraicae linguae Professor et Inspector scholae heilsbronnensis per annos 16, religiosissimus, doctissimus, meritissimus, pie in Christo obiit d. 15. Apr. 1610 aetatis suae 63. Über die folgenden Klosterprediger siehe den IX. Abschnitt.

Beim Rückblick auf den VI. Abschnitt ergibt sich das Resultat, daß der Stand des religiös-sittlichen Lebens in den Klosterpfarreien während des ganzen Reformationsjahrhunderts, einige wenige Lichtpunkte ausgenommen, sehr unerfreulich war. Dazu kam, wie unten berichtet werden wird und in den Beitr. S. 192 bis 206 berichtet worden ist, fortdauerndes, immer steigendes materielles Elend und wenige Jahre nach dem Schlusse des Reformationsjahrhunderts durch den 30jährigen Krieg völlige Verödung und Verwilderung.




Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 118. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/120&oldid=- (Version vom 1.8.2018)