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L. Beck, gehangen und mit demselben Unzucht getrieben. Dieweil denn solche Laster je länger je mehr einreißen, so will vonnöthen sein, daß die Verbrecher, Andern zum Abscheu, desto härter gestraft werden. Wir befehlen euch demnach, ihr wollet den L. Beck zwei Tage lang im Thurm, die Apollonia aber eben so lang in Eisen mit Wasser und Brot speisen und hernach unseres Fürstenthums zu ewigen Zeiten verweisen lassen.“

Besonders roh und zügellos ging es bei den Sonntags- und Kirchweihtänzen her, obgleich der Amtsknecht von Heilsbronn das Friedgebot ausrief und den Kirchweihschutz hielt. Die bei diesen Gelegenheiten verübten Exzesse hatten gerichtliches Einschreiten zur Folge, wobei gewöhnlich Mord, Ehebruch, Dieberei und andere Laster und Verbrechen an den Tag kamen. Auch fehlte es dabei nicht an Anschuldigungen und Untersuchungen wegen Zauberei und Druterei. Hier ein Beispiel: Eine Frau aus Petersaurach wurde 1593 wegen Grasens in dem Acker eines Bauern in Ziegendorf gepfändet. Sie rächte sich in der Weise, daß sie zweien Töchtern des Bauern auflauerte und ihnen Stichwunden beibrachte. Die beiden Mädchen waren eines Sonntages nach Petersaurach in die Vesper, nachher zum Tanz gegangen. Des Abends auf dem Heimwege wurden sie von der Frau mörderisch überfallen. Es hieß: die böse Frau habe dem Bauer gedroht, sie werde es ihm anthun, daß auf seinem Felde kein Körnlein mehr wachse. Und wirklich sei über die Felder des Bauern ein Hagelwetter gekommen. Ferner habe die Frau bei dem mörderischen Anfall Einem der Mädchen den Zopf ausgerissen und dabei geschrieen: sie werde mit diesen Haaren dem Mädchen anthun, daß es verkrümmen und verlahmen müsse. Über das Alles erstattete der Richter in Heilsbronn Anzeige nach Onolzbach, worauf er beauftragt wurde: „die Sache weiter zu untersuchen, weil die Frau nicht nur die beiden Mädchen verwundet habe, sondern auch weil wider sie nicht geringer Verdacht der Druterei und Hexerei vorliege.“ Diesem Auftrag zufolge wurde die Frau vom Richter nicht bloß wegen des Mordversuches, sondern auch wegen Druterei inquirirt und befragt: „Ob sie eine

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn. C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879 (Band 1 und 2), 1880 (Band 3), Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/13&oldid=- (Version vom 1.8.2018)