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hieß es u. A.: „Fridericus, Dei gratia Burgravius in Nurinberc. Ne processu temporis ulla oriatur contentio, universitati fidelium duximus intimandum, quod cum religiosi viri abbas et conventus in Halsprunn villam (hier nicht Dorf, sondern Hofgut, Prädium) in Muselindorf a quondam Supplino ac ejus conjuge comparassent et super bonis eisdem Henricus de Hus, frater conjugis Supplini, eos impeteret, coram nobis in judicio provinciali in Norimberc multis altercationibus ac advocatorum tumultibus hincinde habitis, tandem mediantibus honestis personis idem Heinricus impetitioni ac omni juri coram nostro judicio renunciavit ac in domini Rudolphi abbatis manus resignavit.“ Folgen Siegel und Unterschrift und die Namen der Gerichtsbeisitzer, darunter Ramungus von Kammerstein, Fried. Rindsmaul, Stadtschultheiß Kon. Stromaier, Siboto Pfinzing. Diese Urkunde ist von den Meisten[1], die über zollern-brandenburgische Geschichte geschrieben haben, benützt worden.

Daß ein Schuhmacher Namens Pestlin in Mausendorf i. J. 1335 seine Güter dem Kloster schenkte, ist oben bei Haag gemeldet worden. Im Ganzen erwarb das Kloster dort 8 Anwesen, darunter die Mühle. Diese wurde am 26. März 1579 von 9 Mordbrennern überfallen. Der Müller, den diese gebunden hatten, machte sich los und lief, um Hilfe rufend, in das Dorf, worauf die Räuber die Mühle anzündeten und entflohen. Zwei Jahre darauf verloren fünf von den acht Klosterunterthanen im Orte ihre Häuser und Scheunen durch Brand. Im Ganzen brannten 11 Gebäude ab. Zwei von den Verunglückten konnten wegen Überschuldung nicht wieder aufbauen; ihre Güter fielen dem Kloster heim und wurden feilgeboten, fanden aber keine Käufer. Das eine, Mendlein’s Hof, mit 60 Mgn. Äckern, 7 Tagw. Wiesen, war nach 13 Jahren noch öde, „ganz und gar zu Asche verbrannt, und noch (1594) begehrt Niemand zu kaufen und wieder aufzubauen.“ Zwar wurde der Hof auf markgräflichen


  1. Vgl. Stillfried S. 18.
Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 236. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/238&oldid=- (Version vom 1.8.2018)