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Kapelle wurde 1606 durch Beiträge der Einwohner und des Markgrafen reparirt, im 30jährigen Kriege nicht niedergebrannt, aber ruinos und 1674 restaurirt. Nur die Mühle brannte während des Krieges ab, die übrigen Anwesen nicht, verödeten aber, fielen der Herrschaft heim und lagen 1665 meist noch in Büschen. Der Käufer eines Anwesens entlief und nahm anderwärts eine Hut an.


65. Turndorf,

Weiler bei Weihenzell. 1279 zur Zeit des 12. Abts schenkte Kastellan Siboto Grötsch[1] von Nürnberg mit Zustimmung seiner Frau, Hedwig, Gefälle in Brunn, ferner die Grötchenmühle und ein Lehen in Torrndorf dem Kloster. Er erklärte in seinem Übergabsbriefe, daß er diese Schenkung aus Verehrung der glorreichen Jungfrau und ihres Sohnes mache in Hoffnung ewiger Vergeltung, und verordnete, daß ihm und seiner Frau Jahrtage in Heilsbronn gehalten, ihre Leichname dort begraben und während der Advents- und Fastenzeit allsonntäglich den Mönchen eine besondere Erquickung (specialis refectio) gereicht werden sollte.[2] Zur Sicherung der Dotation habe er den Burggrafen Friedrich (III.) und Herrn Herdegen von Gründlach, dessen Kastellan er sei, gebeten, ihre Siegel diesem Instrumente beizufügen. Sehr begütert in Turndorf waren die Herren von Dornberg. Nach dem Tode Wolframs von Dornberg i. J. 1289 erscheint dessen Wittwe Richze und nach deren Tod ihre Tochter Kunigunde und deren Ehemann Gottfried von Heideck[3] im Besitz der dortigen Güter. Gottfried und Kunigunde (s. Beitr. S. 229 bis 231) verkauften nothgedrungen i. J. 1311 ihre fünf Höfe in Turndorf an den 13. Abt Heinrich. Der Verkaufbrief beginnt: Nos Gotfridus nobilis de Heidecke recognoscimus, quod nos de consensu Chunigundis nostrae


  1. Vgl. Stillfried S. 222.
  2. Im Todtenkalender heißt es beim 5. Februar: Anniv. Sibotonis dicti Grötsch de Moraltstein et Hetwigis uxoris ejus, qui dederunt 10 lib. hall. in villa Brunne.
  3. Vgl. Stillfried S. 195.
Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 284. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/286&oldid=- (Version vom 1.8.2018)