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bedeutende Summe, deren Betrag aber auf den gewärtigen Geldwerth nicht genau reduzirt werden kann. Die Verkäufer des Prädiums waren nicht, wie die Verkäufer des Prädiums bei Halsprunnen, adeligen oder gräflichen, sondern bürgerlichen Geschlechts, da der Bischof im Stiftungsbriefe sagt: „er habe das Prädium von einem gewissen Dietericus, von dessen Schwester und Eberhardus, ingleichen auch von Irmingarda und deren Kindern erworben.“ (S. Abschn. II, 1 u. 3.) Über die näheren Verhältnisse der genannten Verkäufer ist nichts bekannt. Ob der Abschn. II, 8 genannte Urkundenzeuge Megingot von Otlohesdorf sich nach dem Orte Adelsdorf schrieb, ist ungewiß. Der 2. Abt Nikolaus (s. dort) erwarb daselbst Zehnten i. J. 1164. Die bei Adelsdorf acquirirten Wiesen bewirthschaftete das Kloster in eigener Regie. In den Jahren 1451 bis 56 bestritt der 22. Abt Kötzler Ausgaben zum Bau einer Brücke und einer Kapelle in Adelsdorf. 1503 verkaufte Kon. Deutsch wegen Schulden seinen Hof daselbst an das Kloster Heilsbronn. In den Jahren 1502 ff. bezog das Kloster dort Handlöhne: „Herolt zu Adelsdorf hat abgekauft Jorg Pawman einen Weingarten daselbst um 8 Gulden; Handlohn 3 Talente. Schuchmeier hat verkauft die Mühle zu Adelsdorf Hans Kremern um 41 Gulden; Handlohn 2 fl. ex gratia.“ Am 28. Nov. 1577 brannte in der Nacht das Haus des Bauern Schönknecht in Adelsdorf ab. Die Eltern retteten nur das nackte Leben und ihr jüngstes Kind; ihre vier übrigen Kinder kamen in den Flammen um, dazu ein Pferd, 8 Stück Rindvieh etc. Der Abt Wunder zeigte das Unglück dem Markgrafen an und bemerkte: „Das Kloster ist dem Verunglückten, wie andern Klosterunterthanen jenes Ortes, Bauholz aus Klosterwäldern zu geben schuldig. Auch bin ich sehr bereit, ihm zum Wiederaufbau Geld vorzuschießen, da er seine Gülten immer pünktlich gezahlt hat.“ Das Kloster erwarb daselbst sieben Anwesen, die im 30jährigen Kriege völlig verödeten, zum großen Nachtheil für das Klosteramt, welches vor dem Kriege z. B. von einem der Anwesen jährlich 8 Sra. Korn, 8 Sra. Haber, 5 fl. Pfenniggült bezog, während der Jahre langen Verödung aber gar nichts. Die

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 315. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/317&oldid=- (Version vom 1.8.2018)