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bald darauf. Der Vorfall gab allgemeines Ärgerniß. In seinem Haus führt er Gotteslästerung und Fluchen, wie sein Weib selbst aussagt. In seiner Scheune hat er Lager und anderes Holzwerk ausgebrochen und verbrannt. Es wird allgemein über ihn geschmäht. Er ist aus Hochmuth wohl in einem halben Jahr hier nicht in die Kirche gekommen, hat weder Confitentes gehört, noch zu einer Leichenbestattung geholfen. Auch hat er sich in Windsheim für mich, den Pfarrer von Trautskirchen ausgegeben und auf meinen Namen geborgt.“ Der Abt schickte dieses Schreiben nach Onolzbach an die Räthe, welche den Kaplan aufforderten, am 27. Mai beim Magister Karg sich zu melden und vor dem Konsistorium zu erscheinen. Wie die Gemeinde Linden sich diesen Mann zum Pfarrer erbitten konnte, ist schwer zu begreifen.

So viel über die unerfreulichen Zustände in Trautskirchen, nachdem die Reformation dort allgemein eingeführt war. Im Gegensatz zu diesen Konflikten innerhalb der protestantischen Gemeinde wird ausdrücklich berichtet, „daß bis 1588 die Lutheraner mit den Katholiken dortherum friedlich verkehrt und ihre kirchlichen Akte bei ihren treffenden Kirchen gesucht haben.“ Dann aber störte ein katholischer Pfarrer in dem benachbarten Sondernohe den konfessionellen Frieden. Der zur Gemeinde Trautskirchen gehörende lutherische Bauer Förster in Buch wurde in Trautskirchen kopulirt, verlor seine Frau, heirathete wieder und wollte sich daselbst trauen lassen. Es wurde zur Trauung geläutet, aber das Brautpaar erschien nicht; es ließ sich vom katholischen Pfarrer zu Sondernohe trauen, dazu bewogen vom dortigen Pfarrer und vom Komthur zu Virnsberg, dessen Unterthan der Bräutigam war. Der Pfarrer Dölderlein zu Trautskirchen, welcher vergebens hatte läuten lassen, zeigte den Hergang beim Konsistorium an, welches hierauf den Komthur aufforderte, dergleichen Neuerungen abzustellen. Dölderlein war früher Kaplan in Mkt. Erlbach, wo wir ihn unten als einen achtungswerthen Mann kennen lernen werden. Näheres über Trautskirchen und Neuhof vor und nach dem Reformationsjahrhundert im VII. Abschnitt.


Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 33. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/35&oldid=- (Version vom 1.8.2018)