Seite:Georg Muck - Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2).pdf/42

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

macht, angegeben, solche Schule wiederum in Aeufferung zu bringen, welches ich für das Beste erachte. Denn hat der vermeinte Schulmeister und Schneider vorhin keine Schule gehalten, viel weniger wird er es hernach thun, wenn er sich wieder einschleicht. Ebenmäßig berichte ich, daß der Pfarrer selben Orts sein Besoldungsholz verkauft und zu seiner Haushaltung aus dem Heiligenholz hauen läßt, als wenn er Herr über die Heiligengüter wäre.“ Verwalter und Richter in Heilsbronn antworteten, dem Vogt beistimmend: „So wollet ihr den unfleißigen Schulmeister abschaffen und mit Vorwissen des Herrn Pfarrers den andern Tüchtigern annehmen und ihm einbinden, daß er neben seiner Verrichtung bei der Kirche auch die Kinder fleißig unterrichte. Den Herrn Pfarrer wollet ihr künftig keine Klafter mehr im Heiligenholz hauen lassen, sondern ihn an uns weisen und berichten, wie viel und an wen er verkauft hat.“ Auf die besprochenen Zerwürfnisse folgte der 30jährige Krieg, auf diesen der westphälische Friede; aber in der Gemeinde kam es nicht zum Frieden. Fast noch mehr wie zuvor haderten Pfarrer und Gemeinde über den Zehnten, namentlich über den Tabak, dessen Gebrauch und Anbau durch den Krieg auch nach Kirchfarrnbach gekommen war, ein neues Streitobjekt. Mehreres über den Ort im VII. Abschnitt.


9. Markt Erlbach.

Auch dort trat bezüglich des religiös-sittlichen Lebens im Reformationsjahrhundert keine Besserung ein, weder in der Gemeinde, noch in den Pfarrhäusern. Pfarrer Pöschel hatte von 1530 an bis zu seinem Tode fortwährend zu kämpfen wegen Verweigerung der Zehnten und anderer Reichnisse. Eben so sein Kollege, der Kaplan Gresser. Pöschel starb 1539 und hinterließ weder Weib noch Kind. Kaum hatte er die Augen geschlossen, als der Bürgermeister Schweizer und die sämmtlichen Rathsherren des Ortes in das Pfarrhaus traten, die Verlassenschaft in Besitz nahmen und drei Mann Besatzung in das Haus legten. Das weitere Absehen der Gemeinde war dahin gerichtet, die Besetzung der Pfarrstelle dem Kloster Heilsbronn nicht mehr zu gestatten.

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn. C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879 (Band 1 und 2), 1880 (Band 3), Seite 40. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/42&oldid=- (Version vom 1.8.2018)