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Weinmagazin war. Die als Verwalter oder Pröbste in Randersacker fungirenden Mönche (z. B. Heinrich Holzschuher aus Nürnberg, die nachmaligen Äbte Waibler und Greulich) waren meist gute Wirthschafter und besonders auf die Weinkultur bedacht. Eine Ausnahme machte Melchior Frey, welcher von 1507 bis 10 fungirte. Neben seiner Rechnung ist beigeschrieben: „Multum pecuniae exposuit und hat nie keinen Fechser eingelegt; tenuit 5 equos, cum quibus nihil egit; contraxit 115 florenorum debita a fabro in Würzburg; distribuit in domo per annum cum familia circiter sex karrata vini; item vineae non fuerunt cultura provisae.“ Drei Jahre vor der Auflösung des Klosters gehörten zum Mönchshof noch 61 Morgen Weinberge, nämlich 40 am Lemmerberg, 5 am Gießübel, 5 am langen Weg, 7 am Spielberg und 4 am Altenberg. Ferner gehörten damals noch zum Mönchshof 1100 Morgen Äcker, darunter viele von geringem oder gar keinem Ertrag, z. B. 300 Morgen an einem Stück nahe bei Gerbrunn, welche wegen weiter Entfernung weder gedüngt noch bebaut werden konnten, nichts eintrugen und daher mit Waldsamen besäet und mit Eicheln besteckt werden sollten. Mehrere heilsbronnische Liegenschaften um Randersacker wurden vor der Auflösung des Klosters verkauft. Nach der Auflösung kam der Mönchshof mit den dazu gehörigen Gütern an die Markgrafen, dann an Preußen und 1803 durch Tausch an den Kurfürsten (König) Max Joseph von Bayern. Der Hof ist gegenwärtig Eigenthum und Wohnung des Bürgermeisters Englert. Die Kapelle dient jetzt als Stallung, deren westlicher Eingang von einem Spitzbogen überragt wird, darauf die Jahrzahl 1487, in welchem Jahr der 24. Abt Haunolt die Kapelle renoviren ließ. Der heilsbronner Mönch Friedrich Dürr, welcher damals den Hof verwaltete, bemerkt in seiner Jahresrechnung: „Die Capell St. Thomae zu entheren (ändern) und das Indult per annum zu celebriren 3 Talente; carpentario pro janua ad novam capellam 12 dl.; den Altarstein zu legen 26 dl.“ Dürr war aus Randersacker und ein damals im Orte ansässiger und dem Kloster Heilsbronn gültpflichtiger Martin Dürr sein Verwandter.

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 432. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/434&oldid=- (Version vom 1.8.2018)